Generated pages/ subfolders for all documents: - arbeit: 386 pages - praxis: 297 pages - EPG: 11 pages Page numbers are 0-based PDF indices matching the book viewer. Extracted using pdftotext.
2.5 KiB
Hochuli Freund
31.7.17 S. 284
Teil 3 Fallarbeit mit KPG
Die handlungsleitende Arbeitshypothese (vgl. Hochuli Freund/Stotz 2015:226f.) für die weitere Fallbearbeitung mit Frau G. lautet: Wenn Frau G. zu Professionellen und anderen Personen stabile Beziehungen aufbauen kann, in denen sie mit Abstand über ihr Erleben als Mitbetroffene von Alkoholabhängigkeit sprechen kann und neue Verhaltensmuster erlernt, dann erfährt sie, dass es erfüllende gleichwertige Beziehungen gibt, in denen sie ihre eigenen Vorstellungen einer Beziehung äussern kann, und dass viele ihrer persönlichen Eigenschaften eine Ressource darstellen, mit denen sie sich neue Freiräume schaffen kann.
2.5
Ziele, Interventionsplanung und Interventionsdurchführung, Evaluation
Im vierten Gespräch Anfang Mai habe ich Frau G. meine Erkenntnisse aus der Diagnose nicht direkt mitgeteilt, wie das in der Methode des theoriegeleiteten Fallverstehens eigentlich vorgesehen ist (vgl. Hochuli Freund/Stotz 2015:227f.). Vielmehr habe ich versucht, ihre autonomen Wünsche nach einem anderen Leben nach dem Klinikaustritt zu stärken. Sie hat sich nach unserer Aufstellung der SDF selber sehr viele Gedanken gemacht. Frau G. ist sehr motiviert, den Klinikaustritt so vorzubereiten, dass dieser Ende Mai ohne Schwierigkeiten klappt. Sie äussert, etwas Angst vor der Rückkehr nach Hause zu haben. Ihre übergeordneten Ziele umschrieb sie folgendermassen: Die Wohnsituation mit ihrem Ehemann klären, eine regelmässige professionelle Unterstützung zu haben und ihre neu gewonnenen Freizeitbeschäftigungen weiterzuführen. Diese Ziele wird sie mit der Pflege besprechen und gemeinsam werden sie Interventionen planen und durchführen, die zu diesen Zielen hinführen. Ende Mai wird Frau G. aus der Klinik austreten, wir vereinbaren deshalb ein weiteres Gespräch kurz vor Austritt, damit wir die aktuelle Situation und den ganzen Beratungsprozess evaluieren können. Bei diesem fünften Gespräch Mitte Mai kurz vor dem Klinikaustritt besprechen Frau G. und ich die bis dahin getätigten Interventionsschritte. Frau G. hat die Wohnsituation so organisiert, dass eine psychiatrische Pflege ihr zu Beginn zweimal wöchentlich unterstützend in der Alltagsgestaltung hilft. Betreute oder begleitete Wohnformen habe sie sich überlegt und wolle diese Angebote im Moment nicht in Anspruch nehmen. Bei einem klärenden Gespräch mit dem Psychiater und ihren Kindern habe sie sich dazu entschlossen, eine Beistandschaft für sich zu beantragen. Sie wird diesen Schritt 284