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oder Auswertungsphase. Je nach Bedarf gibt es auch noch eine
6. Nachprojektphase (Begleitung, Beratung).
Gorges schlägt für die Fallbearbeitung im Studium der Sozialen Arbeit
einen Ablauf von acht Phasen vor: 1. Beschreibung der Ausgangslage,
2. Problemdefinition, 3. Erste Hypothesenbildung, 4. Materialsammlung
(Anamnese), 5. Interpretation (Diagnose), 6. Interventionsplan,
7. Interventionsprozess, 8. Evaluation (vgl. 2002:377). Thimm arbeitet
ebenfalls für den Kontext der Lehre zu Methoden der Sozialen Arbeit mit
folgender Einteilung: Vor der Hilfe Planung von Hilfen (Hilfebeginn mit
Informationssammlung und Auftragsklärung; Fallverstehen/Diagnostik;
Ziele; Hilfeplanung) Durchführung von Hilfen Auswertung (vgl.
2020:188).
Diese Skizze von Prozessmodellen ist keineswegs abschließend. Eine
Zusammenstellung weiterer, teilweise auch älterer Phasenmodelle findet
sich bei Possehl (2002a:5 ff.; siehe auch Gebert 2017:31 ff.). Gemeinsam ist
all diesen Modellen, dass verschiedene Prozessschritte unterschieden
werden. Überwiegend sind sie als zirkuläre Phasenmodelle konzipiert.
Hingegen variiert nicht nur die Aufteilung in einzelne Schritte sowie deren
Bezeichnung, sondern unter einem Schritt mit derselben Bezeichnung (z. B.
Diagnose) wird teilweise auch Unterschiedliches verstanden. Bei den
meisten Modellen jedoch ist einerseits eine analytisch-diagnostische Phase
erkennbar in der es insbesondere um Sammlung und
Bewertung/Beurteilung von Informationen sowie um
Interpretation/Erklären/Verstehen geht und andererseits eine
Handlungsphase, welche meist Schritte von Planung, Durchführung und
Auswertung beinhaltet. Offen bleibt bei allen vorgestellten Modellen, wer an
diesen Prozessen beteiligt ist. Sie dienen als Orientierungsrahmen für das
Denken und Handeln der Fachkräfte.
Possehl weist darauf hin, dass Phasenmodelle manchmal dem Vorwurf
der Banalität ausgesetzt seien, weil sie auf den ersten Blick den
Alltagstheorien hinsichtlich zielgerichteten Handelns entsprechen würden.
Die Anwendung eines solchen Modells in komplexen, ungewissen
beruflichen Situationen, wie sie für die Soziale Arbeit kennzeichnend sind,
sei jedoch hoch anspruchsvoll, gelte es doch, fachliches Wissen (u. a. zu
Methoden) beizuziehen und fallspezifische Anpassungen vorzunehmen
(vgl. ebd.; 4, 6). Schön (1983) hat in seiner professionsübergreifenden
Studie herausgearbeitet, dass Praktikerinnen überall da, wo es darum geht,
in Situationen von Ungewissheit, Komplexität und Einzigartigkeit gute
Lösungen zu finden, fortlaufend über ihr eigenes Handeln nachdenken er
nennt dies »reflextion-in-action« und dabei implizites (Theorie-)Wissen
nutzen. Dieses Nachdenken folge professionsübergreifend stets folgender
Struktur: Problembestimmung exploratives Untersuchen Fallverstehen
und Problemlösung (vgl. ebd.:129132). Prozessmodelle im Rahmen von
Konzepten für methodisches Handeln nutzen und explizieren demnach eine
implizite Struktur des Nachdenkens. Sie differenzieren sie darüber hinaus
jedoch auch methodisch weiter aus, machen sie damit als Werkzeug noch
wertvoller, aber auch anspruchsvoller.
7.2.2
Prozessmodell Kooperative Prozessgestaltung