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Auch das Prozessmodell, mit dem wir in diesem Konzept arbeiten, unterscheidet verschiedene Prozessschritte und ist als zirkuläres Phasenmodell konzipiert. Außerdem enthält es zwei Ebenen der Arbeit, die sog. Kooperationsebenen. In diesem Modell werden sieben Prozessschritte unterschieden ( Abb. 5). Wie durch die farbliche Gestaltung ersichtlich, lassen sich die Prozessschritte zwei Phasen zuordnen: einer analytisch-diagnostischen Phase (Situationserfassung, Analyse, Diagnose sowie am Ende: Evaluation) und einer Handlungsphase (Zielsetzung, Interventionsplanung und durchführung). Die Anzahl der Schritte zeigt die große Bedeutung der analytisch-diagnostischen Phase: des Erfassens, Analysierens und Verstehens und des Auswertens. Dahinter steht das Grundverständnis, dass jede Klientin individuell in ihrer Persönlichkeit und in ihrer spezifischen Lebenssituation und Lebenslage wahrgenommen und verstanden werden muss, damit sie anschließend zielgerichtet begleitet werden kann. Dies gilt analog für die Arbeit in Gemeinwesen die soziale Situation und Infrastruktur in einem sog. Multiproblemviertel müssen zunächst erfasst und die soziale Dynamik analysiert und verstanden werden, bevor mit Betroffenengruppen angemessene Interventionen entwickelt werden können und dies gilt für jedes Praxisfeld der Sozialen Arbeit. Die professionelle Herangehensweise besteht immer darin, eine Situation zunächst genau zu erfassen (im Hinblick auf alle relevanten Aspekte) und anstehende Themen und Probleme (unter Beizug von theoretischem und empirischem Wissen) zu verstehen und zu erklären und erst dann kann es darum gehen, gemeinsam mit relevanten Beteiligten eine Zielsetzung für den Prozess zu formulieren, Interventionen zu konzipieren, zu realisieren und auszuwerten. Vor jeglichem Handeln steht das Bemühen zu verstehen. In diesem Sinne ist das Prozessmodell zunächst ein Arbeitsinstrument für die Professionellen der Sozialen Arbeit zur Strukturierung ihres Denkens und Handelns, das helfen soll, die Situation von Klientinnen und Adressatengruppen genauer zu verstehen und dieses Wissen mit den Betroffenen zu teilen und zu diskutieren, damit auf dieser Grundlage sinnvolle, adäquate Interventionen entwickelt und realisiert werden können. In jedem Prozessschritt können unterschiedliche Methoden und Instrumente eingesetzt werden: Das Konzept Kooperative Prozessgestaltung ist methodenintegrativ. Die Auswahl der Methode erfolgt im Hinblick auf die Erfordernisse des Falles. In den nachfolgenden Kapiteln 8 bis 14 werden nicht nur Aufgabe und Zielsetzung jedes Prozessschrittes vorgestellt, sondern auch die möglichen Methoden und methodischen Instrumente, die es derzeit in der Sozialen Arbeit gibt und diesem Prozessschritt zugeordnet werden können. Das Prozessmodell sieht eine Abfolge von Schritten vor, der kleine Pfeil oben markiert einen möglichen Anfang eines Prozesses (der auch mit Anlass oder Auftrag beschriftet werden könnte). Im Kreis in der Mitte zeigen die im Uhrzeigersinn angeordneten Pfeile einen idealtypischen Ablauf an, bei dem ein Schritt auf den andern folgt. Die im Gegenuhrzeigersinn angeordneten Pfeile und diejenigen, die von einem Prozessschritt zu einem anderen verweisen, stehen beispielhaft für die Aufhebung dieses idealtypischen Ablaufs und für alle möglichen Abfolgen