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der Organisationsauftrag maßgeblich die anfänglichen Bedingungen der
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Beziehungsgestaltung. Wenn die Kontaktaufnahme einer Klientin mit einer
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Institution der Sozialen Arbeit nicht freiwillig bzw. unter Druck erfolgt ist,
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müssen Motivation und Kooperationswille zunächst erarbeitet und
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ermöglicht werden ( Kap. 3.2.4).
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Aufgabenorientierung
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Die Arbeitsbeziehung zwischen Professionellen und Klienten wird dadurch
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begründet, dass ein Klient ein Angebot der Sozialen Arbeit nutzen will (oder
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auch dazu gedrängt oder verpflichtet wird, es zu nutzen). Ausgangspunkt ist
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die Hilfebedürftigkeit des Klienten, das Interesse oder Bedürfnis des
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Klienten nach Hilfe und Unterstützung – und Ziel ist es, die Befriedigung
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dieser Bedürfnisse zu unterstützen, zur Bewältigung der Schwierigkeiten in
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der Alltagsbewältigung beizutragen, eine Erziehungsaufgabe zu erfüllen,
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Lebensqualität zu verbessern etc.. Es geht in einer Arbeitsbeziehung
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zwischen Professionellen und Klienten stets um spezifische Aufgaben. Die
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Arbeitsbeziehung verfolgt keinen Selbstzweck, es geht nicht um eine ›gute
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Beziehung‹ zwischen Sozialarbeiter und Klientin, sondern darum, diese
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Beziehung als Mittel zur Erreichung eines Zieles zu nutzen. Diese
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Aufgabenorientierung in der professionelle Beziehung (vgl. u. a. Heiner
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2010:460) impliziert unterschiedliche Rollen: Die Klientin ist diejenige, die
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Unterstützung sucht und braucht, die Professionelle der Sozialen Arbeit ist
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diejenige, welche diese Unterstützung leisten kann – als Repräsentantin
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einer Organisation und aufgrund ihrer Kompetenz. So ist die professionelle
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Arbeitsbeziehung grundsätzlich gekennzeichnet durch jene strukturellen
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Asymmetrie, auf die wir bereits in Kapitel 3.2.4 hingewiesen haben: Die
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Sozialpädagogin verfügt als Repräsentantin einer Organisation und
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aufgrund ihrer Kompetenz über mehr Macht als die Hilfe suchende Klientin.
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Sie kann Ansprüche eines Klienten unterstützen oder aber verweigern, sie
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hat neben dem Hilfe- auch einen Kontrollauftrag. Innerhalb dieser
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asymmetrisch strukturierten und aufgabenorientiert ausgerichteten
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Beziehung allerdings geht es um kommunikative Verständigung zwischen
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Sozialpädagogin und Klient. Stimmer geht dabei von der These aus, dass
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Soziale Arbeit umso erfolgreicher sein wird, je weniger erfolgsorientiert
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(bzw. aufgaben- und zielorientiert) und je ausgeprägter
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verständigungsorientiert sie ist (vgl. 2012:68 f.). Heiner hingegen
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postuliert, dass die Aspekte Verständigungsorientierung und strategische
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Aufgabenorientierung ausbalanciert sein müssen (vgl. 2010:465). Lotz weist
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darauf hin, dass im Begriff Beziehungsarbeit zwei unterschiedliche
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Rationalitätstypen erkennbar sind: Einerseits wird professionelles Handeln
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als Arbeit, d. h. als zielbezogene, plan- und kontrollierbare Tätigkeit
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betrachtet, anderseits steht das Moment der Beziehung für ein SubjektSubjekt-Verhältnis, das auf einen offenen Prozess wechselseitiger
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Verständigung setzen muss, um wirkungsvoll zu sein (vgl. Lotz 2003:16).
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Professionelle müssen in der Lage sein, diese unterschiedlichen
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Anforderungen und Logiken auszubalancieren.
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Begrenzungen der Arbeitsbeziehung
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