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Hochuli Freund
31.7.17 S. 275
Autonomieförderung durch systemische Fallbearbeitung
2.2
Situationserfassung
Laut Hochuli Freund und Stotz ist für diesen Schritt der KPG »[…] die Kooperation mit der Klientin […] unabdingbar« (2015:154). Auf Grund der subjektiven Auslegeordnung des bisher Erlebten in der Situationserfassung ist der Klient der Experte seiner Situation und kann die weitere Fallbearbeitung steuern (vgl. ebd.). Die Kooperation mit Frau G. ist innerhalb der Rahmenbedingungen des Spitals und der psychosomatischen Klinik zu gestalten. Diese geben vor, dass die Arbeitsbeziehung zur Patientin durch Freiwilligkeit der Beratungsinanspruchnahme von einer eher kurzen Dauer der Beratung und einer mässigen Verbindlichkeit gekennzeichnet ist (vgl. Hochuli Freund/Stotz 2015:88f). Durch die hohe Freiwilligkeit der Beratung kann eine »[…] starke Aushandlungs- und Beteiligungsorientierung […]« von Seiten der Patientin möglich sein (Heiner 2010, zit. in ebd.:104). Die durch die Freiwilligkeit starke Involvierung der Patientin könnte nach Abschluss der eher kurzen und mässig verbindlichen Beratung, die »[…] dezidierte Förderung der Eigenverantwortung […]« von Frau G. zur Folge haben (ebd.). Die Gestaltung der Kooperation nach dem Modell der Beziehungsfundierten Passung nach Heiner könnte Frau G. also anregen, auch nach Abschluss der Beratung die besprochenen Inhalte eigenverantwortlich in die Tat umsetzen zu wollen. Innerhalb der vorgegeben Rahmenbedingungen kann das Kooperationsmodell also stark die Autonomie der Patientin und die Beziehung zum Kooperationspartner fördern und ermöglicht dadurch eine Passung von Problemlage und Problembearbeitung (vgl. ebd.). Beim ersten Gesprächstermin im März führe ich ein Erstgespräch als Erkundungsgespräch im Sinne von Hochuli Freund und Stotz durch (vgl. 2015: 159f.). Im Erstgespräch soll ein detailliertes Bild vom Leben von Frau G. entstehen, gleichzeitig ermöglicht es der Klientin, ein subjektives Empfinden der eigenen Situation, der Sozialarbeiterin und dem Hilfesystem zu gewinnen. Ich lege mir dafür in der Vorbereitung Themenfelder fest, zu denen ich Frau G. offene Fragen stelle. Indem ich die Lebenslage und die Lebenswelt von Frau G. erkunde, erhoffe ich mir einen systemischen Blick auf die aktuelle Situation. Ein ›systemisches Bild‹ einer Person in einer Situation kann laut Kraus durch das Eruieren der Lebenslage und der Lebenswelt eines Menschen kristallisiert werden (vgl. Kraus 2013:153). Der Begriff der Lebenslage wird dabei als die objektiven Rahmenbedingungen eines Lebens definiert (vgl. ebd.). Gemeinsam mit den subjektiven Bedingungen eines Lebens – wie Kraus den Begriff der Lebenswelt definiert (vgl. ebd.) – ergibt sich für mich aus dem Erstgespräch mit Frau G. also ein ›systemisches Bild‹ ihrer aktuellen Situation. Im nächsten Schritt der Analyse sollen dann die Aussagen ausgewertet und in einen geordneten Zusammenhang gebracht werden. Nachfolgend sind meine Notizen zum Erstgespräch dokumentiert, strukturiert nach den Themenfeldern Wohnen, Familie und nahe Beziehungen, Finanzen, Arbeit und Freizeit und Gesundheit. Gemäss KPG werden dabei die Aussagen von Frau G. wiedergegeben (vgl. Hochuli Freund/Stotz 2015:156f.)
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