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Hochuli Freund

31.7.17 S. 218

Teil 3 Fallarbeit mit KPG

sie jedoch eine Herausforderung darstellt, ihre Gedanken und Gefühle in Worte zu fassen. Mit dem Einschlafen hat Lea des Öfteren Mühe. Sie erzählte, dass sie sich immer viele Gedanken und Sorgen macht. In dieser Situationserfassung, die in den ersten drei Monaten erstellt wurde, entstand dank der vielen Informationen ein Bild von Lea mit ihren Ressourcen und Schwierigkeiten, ihrer Vorgeschichte und ihrem Umfeld. Die vorläufigen Themen, die sich dabei zeigten, drehen sich um Sozialkompetenz und den selektiven Mutismus. Lea hat trotz kleiner Fortschritte immer noch vergleichsweise wenig Kontakt zu Gleichaltrigen, es scheint ihr schwer zu fallen mit anderen Kindern zu sprechen. Dem möchte ich in den nächsten beiden Prozessschritten genauer nachgehen.

2.2

Analyse

Um der Komplexität des Falles gerecht zu werden und die Fallthematik genau bestimmen zu können, möchte ich im Rahmen der Analyse noch weitere Daten erheben. Was Lea lernen möchte, was ihre Wünsche und Ziele sind, wurde in der Situationserfassung nicht herausgearbeitet. Dies stellt eine grosse Lücke dar und soll nun im Prozessschritt Analyse nachgeholt werden. Im Landenhof besteht die Analyse standardmässig aus dem ICF-Fragebogen, der als Vorbereitung auf das erste Standortgespräch im neuen Schuljahr dient (siehe oben, Kap. 1). Die verschiedenen Items in diesem ICF-Fragebogen sind meiner Meinung nach für Kinder eher kompliziert formuliert.

Planung Im Zentrum meiner Analyse steht die Sicht von Lea. Um mehr über die Bedürfnisse und Wünsche von Lea zu erfahren, möchte ich neben dem ICF-Formular die sog. Silhouette nutzen. Das ist ein Notationssystem, mit dem die Selbstsicht der Klientin hinsichtlich ihrer Stärken, Probleme, Wünsche und Alpträume erfasst wird (vgl. Hochuli Freund 2013:4). Gerade für schwerhörige Kinder erachte ich dieses Instrument mit der Visualisierung als sehr hilfreich. Ich möchte ausgehend von der Vorlage eine eigene Silhouette mit ansprechenden farbigen, kindergerechten Bildern gestalten. Ich werde mit Lea im Hinblick auf das bevorstehende Standortgespräch ein Gespräch vereinbaren und mich selber detailliert darauf vorbereiten (Ablauf, Ziel, Vorgehen, Best- und Worst-Case des Gesprächs). Der zeitliche Rahmen sollte 30 Minuten nicht sprengen. Ich werde Lea darauf hinweisen, dass ich mir ein paar Notizen mache und ihr erklären, dass ich auf ihre Mitarbeit angewiesen bin, und hoffe, dass sie sich darauf einlässt. Als Einstieg werde ich die Silhouette mit Lea durchführen. Ich möchte sie selber ihre Stichworte zu ihren Stärken, Problemen etc. aufschreiben lassen. Bei Bedarf werde ich ihr erläutern, was mit diesen Begriffen gemeint ist, und wenn nötig, werde ich ihr weitere konkrete Fragen stellen. 218