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Ich habe alle Quellen gelesen. Hier ist die konsolidierte Liste der Schreibregeln aus allen drei Dokumenten:
Schreibregeln – Konsolidierte Liste
A | Persönlicher Schreibstil
- Ich-Perspektive, aber variiert: Text aus der Ich-Perspektive verfassen, ohne jeden Satz mit «Ich» zu beginnen.
- Authentisch und praxisnah: Schreib direkt, wie du arbeitest – nicht wie in einem Lehrbuch.
- Kurze, aktive Sätze: Den Praxisalltag in klarer, aktiver Sprache widerspiegeln.
- Kein «Beamtendeutsch»: Schachtelsätze, Füllwörter und aufblähende Formulierungen wie «umfasst», «es handelt sich um», «im Rahmen von» oder «sogenannte» sind verboten.
- Eigene Entwürfe übernehmen: Wenn du Satzstrukturen oder Stichworte lieferst, werden diese so wörtlich und natürlich wie möglich übernommen – keine künstliche Akademisierung.
- Fachsprache dosiert einsetzen: Theorien und Fachbegriffe nur dort nennen, wo sie im jeweiligen Kapitel auch wirklich behandelt werden.
- Typografie: Keine spitzen Anführungszeichen (« »), keine eckigen Klammern ([ ]). Nur klassische, gerade Anführungszeichen (" ") verwenden.
- APA-Zitation: Alle Quellenangaben zwingend nach den aktuellen APA-Richtlinien formatieren.
B | Agogis Richtlinien für schriftliche Facharbeiten
Sprache & Rechtschreibung
- Standarddeutsch (de-CH): Alle Arbeiten in korrektem Schweizer Standarddeutsch verfassen.
- Keine Helvetismen: Alltagssprache und Helvetismen (z.B. «parkieren», «probieren», «aufgestellt») in Facharbeiten vermeiden.
- Klare Fachsprache: Aussagen, Argumentationen und Erkenntnisse müssen lückenlos, logisch, nachvollziehbar und fachlich fundiert formuliert sein.
- Inklusive Sprache: Alle Geschlechter gleichberechtigt ansprechen – geschlechtsneutrale Formen («Studierende») oder Genderdoppelpunkt («Mitarbeiter:innen») verwenden.
- Korrektur: Rechtschreibhilfe nutzen, Unklarheiten mit Nachschlagewerk klären, Endfassung von einer sprachkundigen Person gegenlesen lassen.
Struktur & Aufbau
- Logische Gliederung: Klare Unterteilung in Kapitel und Unterkapitel; Unterkapitel mindestens eine halbe Seite lang.
- Höchstens vier Gliederungsebenen: Keine tiefere Unterkapitelstruktur als 1.1.1.1.
- Aussagekräftige Titel: Kapitel- und Unterkapiteltitel so konkret wählen, dass sie bereits inhaltlich orientieren.
- Absatzlogik: Jeder Absatz enthält einen Gedanken/Teilaspekt; die Abfolge ergibt einen nachvollziehbaren roten Faden.
- Orientierungshilfen: Zu Beginn jedes Kapitels kurze Einleitung, am Ende 2–3-seitige Zusammenfassung; Überleitungen zwischen Kapiteln explizit gestalten.
- Querverweise: Bei internen Bezügen auf andere Kapitel verweisen (z.B. «vgl. Kapitel xy»).
Layout & Typografie
- Schrift: Arial/Helvetica 11 pt oder Times 12 pt empfohlen.
- Zeilenabstand: 1.0 oder 1.15.
- Seitenränder: Oben/unten/rechts ca. 2–2.5 cm; links 2.5–3 cm (Bindung).
- Schriftauszeichnungen sparsam: Fett, kursiv und Grössenvariationen nur gezielt und konsequent einsetzen – weniger ist mehr.
- Aufzählungszeichen nutzen: Bei Auflistungen die Listenfunktion einsetzen für mehr Übersicht.
Zitation & Quellen
- APA 7. Auflage: Alle Zitationen und das Quellenverzeichnis zwingend nach APA-Style.
- Kurzverweis im Text: (Nachname, Jahr, Seite) – sowohl bei wörtlichen als auch bei sinngemässen Zitaten.
- Dichte Quellenangabe: Pro Gedankengang/Abschnitt eine Quellenangabe – nicht nur am Kapitelende.
- Primärquellen bevorzugen: Sekundärzitate wenn möglich vermeiden, auf die Originalquelle zurückgehen.
- Wörtliche Zitate sparsam: Nur prägnante, zentrale Stellen direkt zitieren; in Anführungszeichen setzen.
- Sinngemässe Zitate in eigenen Worten: Quellen nicht einfach kürzen oder Synonyme einsetzen – wirklich umformulieren.
- KI-Tools deklarieren: Einsatz von KI (z.B. ChatGPT, DeepL) ist erlaubt, muss aber in einem separaten Verzeichnis ausgewiesen werden.
- Kein Plagiat: Fehlende Quellenangaben sind strafbar und haben disziplinarische Folgen.
C | Reichmann – Professioneller Schreibstil in der Sozialen Arbeit
Verständlichkeit
- Kurze Hauptsätze: Hauptaussage steht am Satzanfang; keine langen Schachtelsätze.
- Klare Satzstruktur: Passive Konstruktionen und Klammerbildungen durch Einschübe vermeiden.
- Thematische Kontinuität: Zusammengehöriges beieinanderhalten; keine unvermittelten thematischen Sprünge.
- Dreischritt-Argumentation: Behauptung → Belege → auswertende Zusammenfassung.
Perspektive & Autorschaft
- Perspektive sichtbar machen: Immer klar machen, wer aus welcher Rolle heraus schreibt, wahrnimmt und urteilt.
- Kein «Beamten-Passiv»: Formulierungen wie «Es wurde festgestellt» oder «Es wurde mit Frau X gesprochen» vermeiden.
- Alle Akteure benennen: Fachkräfte und Adressatinnen/Adressaten als handelnde Subjekte mit ihren jeweiligen Beiträgen sichtbar machen.
Fakten vs. Hypothesen
- Epistemischen Status kennzeichnen: Beobachtungen («Ich beobachtete …»), Vermutungen («Ich vermute …»), Annahmen («Ich gehe davon aus …») sprachlich sauber voneinander unterscheiden.
- Hypothesen als solche markieren: Vermutungen nie als Tatsachenbehauptungen formulieren.
- Drittinformationen kennzeichnen: Informationen aus zweiter Hand explizit als solche benennen und kommentieren.
- Keine kausalen Ableitungen aus Theorien auf Einzelfälle: Wissenschaftliche Theorien bieten Modelle, keine Kausalgesetze.
Konstruktive Sprache
- Ressourcenorientiert formulieren: Phänomene als Ausgangspunkte für Veränderung beschreiben, nicht als unveränderliche Zustände.
- Verhalten beschreiben statt kategorisieren: Statt «depressiv» oder «aggressiv» das konkrete Verhalten, den Kontext und die Handlungsbedingungen beschreiben.
- Kein Nominalstil: Verben bevorzugen statt Substantivierungen («Verwahrlosung», «Nichtbeachtung», «Überwältigung»).
- Realistisch und wertschätzend: Konstruktivität schliesst klare Problembenennung nicht aus – beides verbinden.
- Sprachliche Achtsamkeit: Diskriminierende, abwertende oder ausgrenzende Formulierungen aktiv vermeiden.