2026-001/documents/handbuch-traumapaedagogik/pages/515.md

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Beispiel: Evaluation einer Traumapädagogikschulung
on der Ergebnisse, also eine Zusammenschau, so weit wie möglich auszuleuchten.
Im Folgenden werden einige Ergebnisaspekte vorgestellt (zur gesamten Studie sowie den methodischen Details vgl. Gahleitner et al. 2015; alle nun folgenden Zitate sind dieser Studie entnommen).
Zentrales Anliegen der Studie war die Frage nach dem Erfolg der traumapädagogischen Schulung bei Mitarbeiter*innen sowie den zu betreuenden Kindern
und Jugendlichen. Von den Mitarbeitenden wird dieser Erfolg maßgeblich an der
durch die Schulung eingebrachten bzw. unterstützten bindungs- und traumasensiblen Grundhaltung festgemacht, die den konkreten Umgang mit den Kindern
und Jugendlichen im Alltag formt. Es habe sich das »gesamte Denken […] in der
Pädagogik […] verändert«, so eine Fachkraft, »jetzt versucht man, mit dem Kind
gemeinsam das zu verstehen, wieso es sich jetzt so verhält, und was das Kind braucht«.
Dieser neue Umgang (einige Fachpersonen erkannten darin auch alte milieupädagogische Konzepte wieder) mit den Kindern und Jugendlichen wurde durchgehend positiv bewertet und hilft, so die Fachpersonen, konkrete Tools nicht rein
verhaltensorientiert, sondern stets verstehensorientiert und jeweils indikationsspezifisch und situationsadäquat einzusetzen.
Grundhaltungen kann man allerdings nur begrenzt üben, man muss sie gemeinsam leben, und zwar als gesamte Einrichtung. So habe die Schulung nach
Aussage der Fachkräfte, auch zu einer größeren Unabhängigkeit der Mitarbeiter*innen und einer Arbeit auf Augenhöhe zwischen den Kindern und den Fachpersonen, aber auch zwischen den verschiedenen Fachkolleg*innen und Hierarchieebenen geführt eine Veränderung, die von der gesamten Organisation
getragen werden muss. So berichtete eine Mitarbeiterin: »Wir probieren es. Und
dann […] geht es auch rauf bis zur Leitung und wieder runter […], da muss es auch
eine Sicherheit dazu geben.« An diesem hohen Anspruch muss laut Mitarbeiter*innen bei Tabaluga aber stetig weitergearbeitet werden. Dieses Echo kam in gleicher
Weise von der Einrichtungsleitung zurück: »Man braucht als Leitung auch einen
Untergrund, von jemandem, […], der Leitung auch trägt. Nur ganz alleine […] geht
nicht […], ich nehme […] ein sehr verbreitertes Wachstum an […] Eigenreflexionen,
an Eigenwahrnehmung wahr.«
Erst auf dieser Basis, so die Fachpersonen, könnten sich traumapädagogische
Methoden entfalten und wird der durch die Schulung eingebrachte Methodenkoffer als konkrete Hilfe im Alltag erlebt. »Da sind Methoden, da sind Ideen drin, mit
denen man in schwierigen Situationen umgehen kann«, sagte eine Fachkraft. An
dieser Stelle werden die Interviews mit den Kindern bedeutsam. Tatsächlich finden sich hier zahlreiche Korrespondenzen. In beeindruckender Weise hat Neitzel
(2014) in einer begleitenden Abschlussarbeit (Bachelor) herausgearbeitet, wie die
traumabezogene Wissensvermittlung bei den betroffenen Kindern und Jugendlichen selbst ankommt. In den sogenannten qualifizierenden Kinderrunden zum
Thema Selbstbemächtigung und damit verknüpft zu den Themen dreigliedri-
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