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Trauma im Lebensverlauf durch Hilfen adäquat beantworten
diesem Kontext als eine behutsame Herangehensweise, Selbstverstehensprozesse zu fördern (Curriculum von DeGPT und BAG-TP 2011). Auf diese Weise zu einer Annahme des Traumas zu verhelfen, zu einer Einsicht in die Grenzen und Möglichkeiten der Bearbeitung und die damit verbundenen Veränderungen, erleichtert eine Zuwendung zu aktuellen Lebens- und Alltagsthemen im umgebenden Kontext und eine Annäherung an die eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten. Abschließend betrachtet lässt sich zusammenfassen: Während Psychotherapie gezielt Veränderungen für gesundheitliche Beeinträchtigungen und ihre Folgen bewirken will und – falls möglich – eine konzentrierte Durcharbeitung des Traumas anbieten kann, zeichnet sich Traumaberatung dadurch aus, dass sie neben den individuellen Zielen und dem Prozess dialogischer Problemlösung immer auch psychosoziale Vermittlungsarbeit betreibt. Sie ist damit wesentlich breiter gefasst als Psychotherapie und kann subjekt-, aufgaben- und kontextbezogen sowie präventiv, kurativ und rehabilitativ einwirken (vgl. auch Nestmann 2008). Bei der Traumapädagogik trifft diese Aufgabendiversifizierung noch um ein Vielfaches mehr zu, hat sie doch den Anspruch, Kinder, Jugendliche und Erwachsene inmitten ihres alltäglichen Lebensumfeldes (Schulze 2011) in einer möglichst umfassend konstruktiven Bewältigung zu unterstützen. Traumapädagogik und Traumaberatung befinden sich daher immer in einem herausfordernden Spannungsfeld: als Orientierungsangebot zwischen den Anforderungen der Gesellschaft und den Verarbeitungsmöglichkeiten der Psyche (Großmaß 2006).
Psychosoziale Traumaarbeit und psychosoziale Notfallversorgung Mit dem Vergleich von Traumatherapie, Traumaberatung und Traumapädagogik sind noch nicht alle Arbeitsfelder und -modi ausreichend beschrieben. Die große Gruppe von psychosozialen Fachkräften aus dem Bereich der Sozialen Arbeit und (Heil-)Pädagogik gestaltet den weitaus größten Anteil der Traumaversorgung – besonders, jedoch nicht nur, im Kinder- und Jugendbereich. Im Bereich komplexer Problemlagen, bei denen sich die Traumaproblematik mit anderen Komorbiditäten und sozialen Benachteiligungsaspekten vermengt, scheitern viele andere Berufsgruppen. Patientinnen werden zu Drehtürpatientinnen, Kinder- und Jugendhilfeklient*innen zum gefürchteten »Wanderpokal«. Wie zynisch diese Ausdrucksweise ist, zeigt der Verweis darauf, dass es die Verantwortung des Versorgungssystems wäre, angemessene Hilfen zu schaffen, aber viele Versorgungssegmente nicht darauf eingerichtet sind. Psychosoziale Fachkräfte arbeiten niedrigschwellig und beziehungsorientiert z. B. mit obdachlosen Menschen, Straßenkindern, Straffälligen, hochbetagten Menschen, keineswegs nur in der Kinder- und Jugendhilfe. Eine Reihe von Großschadensereignissen in Deutschland und Österreich (Juen/ Warger 2015; Purtscher 2014) hat zahlreiche Strukturen der psychosozialen Notfallversorgung hervorgebracht, z. B. Notfallseelsorge, Kriseninterventionsteams,
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