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Arbeitsfelder zur Unterstützung bei traumatischen Belastungen
Diese Verfahren bieten hilfreiche Anhaltspunkte für die Arbeit mit komplex traumatisierten Klient*innen in anderen Bereichen. Der amerikanische Psychiater und Psychotherapeut Briere spricht von einem »therapeutischen Fenster«, das in einem ausgewiesenen Schutzraum angemessen geöffnet oder aber geschlossen werden muss (Briere 1996). Ähnlich diesen Überlegungen unterscheiden Traumaberatung und Traumapädagogik in diesem Zusammenhang »unterstützende und traumareflektierende« von »aufdeckenden« Interventionen (Weiß 2024). Traumaberatung z. B. hat in diesem Kontext die verantwortungsvolle Aufgabe, für jene, denen die Therapiesettings zu hochschwellig sind, die Möglichkeiten eines Bewältigungsprozesses äußerst behutsam auszuloten. Traumapädagogik ist noch ein Vielfaches mehr und häufig 24 Stunden am Tag gefordert, behutsam und zugleich strukturierend selbstexplorative Prozesse zu ermöglichen und alltagsnah ein Mehr an Handlungskompetenz, Selbstkontrolle und Selbstwirksamkeit zu erreichen. Insofern bedeutet nicht nur die Traumakonfrontation, sondern bereits die Adressierung zentraler Problemlagen, die durch das Trauma entstanden sind, einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Traumabewältigung. Auf diese Weise entsteht für die Betroffenen die Chance, andere Muster der Selbstwahrnehmung und damit ganz konkrete Selbstheilungsmöglichkeiten zu entwickeln. Voraussetzung dafür jedoch ist, dass die Gedanken und Gefühle Traumatisierter auf die oben beschriebene Weise professionell diagnostiziert, verstanden und angenommen werden. Diese Überlegungen führen abermals zurück zu der Bedeutung »emotional korrigierender Beziehungserfahrungen«. Auch sie stellen »aktive Traumabearbeitung« dar (Weiß 2024). Mehr Einblick in das eigene Geschehen und mehr Kontrolle über Gefühle und Erfahrungen zu bekommen, ermutigt Traumaopfer früher oder später auch auf der Interaktions- und Handlungsebene zur Übernahme von mehr Verantwortung – nicht für die Erfahrungen selbst, jedoch für den Umgang damit und für das eigene Leben und das auf die Zukunft ausgerichtete Verhalten. So wird ein Bewusstsein für die Gefahr von Grenzüberschreitung geschaffen, individuelle Stärken werden betont, einer Stigmatisierung sowie Reviktimisierung im Alltag wird vorgebeugt. Nach einer ausreichenden Stabilisierung und/oder Bearbeitung des Traumas kann daher in Therapie, Beratung wie Pädagogik eine Wiederannäherung an die Umwelt stattfinden. Unter neuen Bedingungen ist nun möglicherweise eine Fokussierung auf die individuellen Möglichkeiten und Grenzen in der Gegenwart machbar. Die Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen und neue Perspektiven für sich und in Interaktion mit anderen zu erschließen, werden zu den zentralen Aufgaben. An dieser Stelle sind für alle drei Hilfebereiche zahlreiche Verfahren und Vorgehensweisen entwickelt. Insbesondere ist hier auf Methoden aus der Biografiearbeit zu verweisen (eine Übersicht findet sich in Gahleitner 2021). Sie erweisen sich in