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Der Mensch – ein Kommunikations- und Informationsnetzwerk des Körpers
Somit hat es eine große Spannbreite und Flexibilität zur Regulierung von Herausforderungs- und Entspannungsphasen (Lang 2013). Bei einem traumatisierten Nervensystem bestehen eine verringerte Spannbreite und Flexibilität zur Regulierung von Anspannung und Entspannung. Wir können von einer schmalen Resilienz sprechen.
Abb. 2: Regulierung bei traumatischem Stress (Dinkel-Pfrommer 2010)
Das Gehirn und seine Entwicklung Unser Gehirn ist ein sehr komplexes Organ. Es besitzt etwa 100 Milliarden Nervenzellen, auch Neuronen genannt. Über Synapsen sind die Neuronen miteinander verbunden. Ein Baby kommt mit festen Verknüpfungen auf die Welt, um basale Funktionen wie die Atmung oder den Herzschlag zu regulieren. Der allergrößte Teil des Gehirns besitzt jedoch keine festen Verdrahtungen. »Nur das Potential und die Fähigkeit zur Vernetzung oder auch Verdrahtung neuronaler Strukturen sowie basale […] Reaktionsmuster […] sind genetisch determiniert« (Besser 2009, S. 40). Die weitere neuronale Vernetzung unseres Gehirns wird bestimmt durch die Wahrnehmung der Umwelt über unsere Sinneswahrnehmungen und durch die Signale aus unserem Körperinneren, wie z. B. Durst, Schmerz, Anspannung oder Freude. Ein Gesetz, durch das unser Gehirn wächst und sich organisiert, heißt Cells that fire together, wire together = Nervenzellen, die zusammen feuern, verschalten sich miteinander. Neuronen verbinden sich automatisch miteinander, wenn sie gleichzeitig aktiv sind. Zwischen feuernden Nervenzellen wird eine neue Verbindung hergestellt oder eine bereits bestehende schwache Nervenverbindung gestärkt. Unser Gehirn lernt also immer! Alle Erfahrungen prägen unser Gehirn, es kann aber nur durch die Erfahrungen geprägt werden, die wir machen dürfen oder auch müssen. Die Neurowissenschaft bezeichnet diesen Lernprozess als Neuroplastizität. Es ist die »Fähigkeit von Nervenzellen, sich entsprechend ihrer Aktivierung und Nutzung anzupassen, sich zu verändern und vor allem mit anderen Nervenzellen Verbindungen einzugehen (Besser 2009, S. 43). Werden entstandene Verbindungen jedoch nicht mehr genutzt, bilden sie sich zurück oder verfallen, sofern sie nicht besonders gefestigt und zu neuronalen Autobahnen ausgebaut sind (vgl. Besser 2009). Dieses Lerngesetz des Gehirns kann mit Use it or loose it beschrieben werden.
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