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Dissoziation erkennen
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dissoziativen Identitätsstörung kommen kann. Jennifer J. Freyd (1998) hat aufgezeigt, wieviel schwerwiegender die traumatischen Folgen aufgrund des sozialen
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Verrats sind, wenn Traumatisierungen durch nahestehende Vertrauenspersonen
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begangen werden, seien dies Eltern, andere Familienangehörige, Betreuungs- oder
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vertraute Personen des Kindes. Die innere dissoziative Spaltung kann bis zu dem
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Punkt gehen, an dem das Kind kein ganzheitlich integriertes Selbst mehr hat, sondern wie Josi mit wenig Regulationsmöglichkeiten auf situative Trigger reagiert. In
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Josis Fall können wir in der geschilderten Treppenhausszene vier ihrer verschiedenen Anteile entdecken:
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Die Helferin – ein parentifizierter Anteil, der ständig beobachtet und auf dem
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Sprung ist, Anforderungen zu erfüllen. Dieser Anteil wartet mit gespannter Wachsamkeit auf die Mutter, um dann sofort für sie da zu sein. In diesem Zustand ist Josi
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es gewohnt, genau zu beobachten, flexibel zu reagieren und sehr viel auszuhalten.
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Das kleine verlassene Mädchen – ein sehr junger zu Tode verzweifelter Anteil.
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Diese Seite von Josi darf nur selten nach außen sichtbar werden, eigentlich nur
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dann, wenn die Kontrolle ihrer anderen Anteile für einen Moment zusammenbricht. Hier zeigte sich der jahrelange haltlose Schmerz des kleinen Mädchens, das
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seine Mama emotional nie erreichen konnte.
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Der Täter*innenanteil – ein hoch aggressiver Anteil, der vulgär fluchend auch
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körperlich auf andere losgeht. Dieser Anteil ist vermutlich aus verschiedenen Vorbildern entstanden. Wenn der Stress bis zu einem Punkt ansteigt, zu dem unser
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Organismus die Belastung nicht mehr verarbeiten kann, kommt es nach Hochauf
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(2007) zu einem Abschaltpunkt. Ab diesem Zeitpunkt ist das Opfer extrem aufnahme-offen. Da in der peritraumatischen Dissoziation auch keine kognitive und
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emotionale Abwehr mehr möglich ist, nimmt das Kind die Impulse des Täters bzw.
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der Täterin ungefiltert in sich auf (Marks 2012; Vogt 2013). Diese zeigen sich in
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der Folge in täter*innenidentifizierten, täter*innenloyalen und täter*innenimitierenden Anteilen.
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Die Einzelkämpferin – ein aggressiv-abwehrender Anteil, der jede Hilfe ablehnt
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und jedes Beziehungsangebot zurückweist. Traumatisierte Kinder richten sich in
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ihren unzumutbaren Lebensumständen ein. Jede Veränderung, selbst wenn sie
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positiv ist, gefährdet dieses prekäre Gleichgewicht auf unberechenbare Weise und
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wird deshalb erst einmal als gefährlich wahrgenommen und abgewehrt. Helfer*innenanteile wie Josis Einzelkämpferanteil fühlen sich von den neuen Helfer*innen
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zudem oft in ihrem Aufgabenbereich bedroht.
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Dissoziation erkennen
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Ein häufiger Hinweis auf mögliche Dissoziation liegt im »pathologischen Lügen«.
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Bei Kindern, die hartnäckig ihr Fehlverhalten leugnen, können im Hintergrund
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