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Traumasensible Netzwerkarbeit
auch den Menschen im Netzwerk begegnen. Transparenz, Zusammenarbeit in
Form von gegenseitiger Partizipation und Wertschätzung sind zentrale und unterstützende Grundlagen im Netzwerkgeschehen genauso wie die Annahme, dass
mein Gegenüber Expert*in ist. Mit dieser Haltung kann traumapädagogisches
Netzwerken gelingen und leicht(er) mit Freude und Spaß verbunden werden.
Wenn wir den Dreisprung des Verstehens betrachten, hat auch hier die traumaorientierte Netzwerkarbeit eine zentrale Bedeutung. Die drei Aspekte des Verstehens sind: 1) sich selbst zu verstehen, 2) verstanden zu werden und 3) sich innerhalb einer Gemeinschaft oder Gruppe zu verstehen. Gerade der letzte Punkt
bedeutet, dass primäre und tertiäre Netzwerkarbeit für das Zugehörigkeitsgefühl
wie auch für die Zusammenarbeit im Unterstützungssystem wichtig ist, um sich
selbst in Gruppe verstehen zu können. Grundprinzipien der Netzwerktheorie in
der Traumapädagogik sind:
• der systemische Blick
• die Ressourcenorientierung
• die multiprofesionelle Zusammenarbeit
• die Partizipation und das Empowerment
• die Prävention und Nachhaltigkeit
Ein Netzwerkbeispiel aus der stationären Jugendhilfe
Lea ist 15 Jahre alt und lebt seit sechs Jahren bei Frau K. in einer Erziehungsstelle. Sie
hat in ihrer Herkunfts- und später in der Pflegefamilie unterschiedliche Formen von
Gewalt, Vernachlässigung, Bindungssystem- und Verlusttraumata erlebt. In der Folge hat sie vielfältige und (zum Teil sehr destruktive) Überlebens- und Bewältigungsstrategien entwickelt, die Traumafolgereaktionen sind. Einige der Dynamiken spiegelten sich in den Helfer*innensystemen wider. Lea ist ein gutes Beispiel für eine
Jugendliche mit besonderem Versorgungsbedarf, und die Netzwerkarbeit rund um
Lea ist eine interprofessionelle und systemübergreifende Herausforderung.
Abb. 1: Die Netzwerkkarte zeigt die Verbindungen nach einem Jahr stationärer Hilfe