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Was sind Netzwerke?

• sekundäre Netzwerke: makrosoziale oder global-gesellschaftliche Netzwerke wie Handwerksbetriebe, ÖPNV oder Hochschulen

• tertiäre oder meso-soziale Netzwerke: diese liegen zwischen den primären und

sekundären Netzwerken und haben eine vermittelnde Funktion wie Freizeitgruppen, soziale Initiativen, professionelle Dienstleistung oder die soziale Arbeit

Bleiben wir zunächst bei den primären Netzwerken und ihren Aufgaben. Sie beinhalten soziale Kontakte im engeren Sinn wie Familie und Freund*innenschaften. Neben den wichtigen Funktionen wie emotionale Unterstützung, Vermittlungen, soziale Identität ist vor allem die Ressourcenfunktion wesentlich. (Pauls 1997, S.317) Soziale Netzwerke sind durch unterschiedliche Verbindungs- und Beziehungsformen, wie z. B. schwache oder starke Beziehungen charakterisiert. Reziproke, soziale Beziehungen im Erwachsenenalter erfüllen viele bedeutsame Funktionen wir Sicherheit, Trost, das Gefühl gebraucht zu werden, Selbstbestätigung- und -erhöhung und eine Begleitung im Lebensverlauf. (Weiss 1974; vgl. auch Weinholt & Nestmann 2012; Gahleitner 2019, S. 39). Eine weitere Unterscheidung liegt in latenten und aktualisierten Beziehungen. Latente Beziehungen können lange ohne Kontakt auskommen. Sie sind dennoch für Zugehörigkeitsgefühl, Geborgenheit und soziale Einbettung (Röhrle) wichtig. Soziale Netzwerkintervention bedeutet, die Menschen dabei zu unterstützen, sich ihren sozialen Netzwerken stärker zuzuwenden (Krieger 2010). Netzwerke können dabei aktiviert, stabilisiert und erweitert werden. Sozial eingebettete Menschen haben insgesamt wesentlich geringere Belastungsreaktionen zu befürchten als Menschen mit einem defizitären Beziehungssystem (Baum/Pfingstmann 1986). Nestmann (1988) beschreibt die Wirkung von sozialen Netzwerken als »soziales Immunsystem«. Dies ist jedoch abhängig von den subjektiven Erlebnisqualitäten, den persönlichen Auffassungen, Deutungen und Interpretationen der Betroffenen (Nestmann 2010, S.6). Nicht ungeachtet soll dabei bleiben, dass Beziehungen, Unterstützungsleistungen und soziale Netzwerke auch negative Aspekte anhaften können und es daher sinnvoll ist, nach negativen Begleiterscheinungen zu fragen (Gahleitner 2019). Bei allen problematischen Anteilen betonen Netzwerkkonzepte stärker die salutogenetische Perspektive. Sie geht davon aus, dass Stressoren und Traumata allgegenwärtig sind und nach Antonovsky (1979) professionelle Unterstützung konstruktive Bewältigungspotenziale fördern helfen. Der Blick auf die tertiären Netzwerke: Die Begleitung von Menschen, die durch traumatische Erfahrungen belastende Bewältigungs-, Angstabwehr- und/oder Anpassungsstrategien entwickelt haben, ist in der Regel ohne eine enge Vernetzung und Kooperation von Fachmenschen nicht hilfreich (vgl. Nestermann et al. 2008). Die einfache Existenz von Sozialen Netzwerken ist noch keine Netzwerkarbeit im sozialtherapeutischen und traumapädagogischen Sinn, wie das Beispiel auf S. 440 deut-

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