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Verstehen, wie ich ticke
Verstehen, wie ich ticke Über die Kraft des gemeinsamen Verstehens durch Workshops für Mädchen* und Jungen* Jutta Metzenauer und Wilma Weiß
Traumatisierte Menschen1, so Judith L. Herman, fühlen »[…] sich unwiderruflich anders oder verlieren jegliches Gefühl für sich selbst« (Herman 1993, S. 122). Verstanden werden, Selbstverstehen und gemeinsam Verstehen bedeuten einen Beginn auf dem Weg zur Heilung eines Grundgefühls »[…] der Dysphorie, einem Gefühl von völliger Verwirrung, Unruhe, ein Gefühl der Leere und absoluten Einsamkeit« (Herman 1993, S. 121), das traumatisierte Menschen beherrscht. Verstanden werden, die Annahme des guten Grundes, dass das gezeigte Verhalten eine normale Reaktion auf nicht normale Erlebnisse der persönlichen Vergangenheit darstellen, bedeuten eine enorme Entlastung für den traumatisierten Menschen und öffnen den Weg aus der Falle von Isolation, Entfremdung, Schuld und Scham. Die Annahme, jegliches selbst- oder fremdzerstörende Verhalten sei entwicklungslogisch, dient der Selbstbemächtigung. Selbstverstehen und das gemeinsame Verstehen können eine heilende Kraft entfalten und sind seit Beginn zentraler Bestandteil der Pädagogik der Selbstbemächtigung – Selbstverstehen als Befreiung. Neben der Weil-Frage (die Frage nach dem guten/wichtigen Grund für ein gezeigtes Verhalten) unterstützt das Vermitteln von Fachwissen über die Dynamik traumatischen Geschehens und der Folgen für Körper und Seele diese Befreiung. Wie die Traumapädagogik sich in einem Prozess der Weiterentwicklung bewegt, so auch die Möglichkeiten Fachwissen Mädchen*, Jungen*, Frauen* und Männer* zu vermitteln. Neben der Genese der traumapädagogischen Weiterbildungen für die Menschen aus herausfordernden Lebensumständen beschreiben wir die möglichen Themen und ihr Nutzen. Und es stellt sich die Frage, was es braucht, um die wunderbare Möglichkeit von Selbstverstehen und Verstanden werden sorgsam zu nutzen: So kann es gelingen. Zuletzt einige Überlegungen zur Nachhaltigkeit dieser wunderbaren Arbeit.
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Wir benutzen den Begriff ›Menschen aus herausfordernden Lebensumständen‹. Er fokussiert weniger auf das Opfersein und würdigt auch die Lebensleistung der Menschen