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Die unheilvolle Verflechtung von Trauma und Schuld
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Beeinflussbaren schuldig. Maier et al. (2019) betonen, dass während einer Flucht
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moralische Werte und Regeln ihre Geltung verlieren und der Überlebenswille dazu führen kann, anderen aktiv zu schaden bzw. Hilfe zu verweigern. Dies kommt
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einer Situation gleich, die als Begriff der sogenannten moral injury (Moralverletzung) in die Literatur eingegangen ist. Hieraus können retrospektiv massive
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Selbstvorwürfe und Schuldgefühle entstehen. Hinzu kommen im Aufnahmeland
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weitere Belastungsfaktoren, welche mit Überlebendenschuld assoziiert sind. Das
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Modell der Sequentiellen Traumatisierung (Keilson 2005; in der Weiterentwicklung durch Becker 2006) bildet diese anhaltenden Prozesse von Trauma in immer
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wieder anderen Sequenzen von Trauma ab. Fest steht, dass mit der Ankunft in einem Aufnahmeland ein Trauma nicht endet. Die Phase des Ankommens z. B. wird
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als Sequenz der vorläufigen Chronifizierung beschrieben (Becker 2006). Es ist eine
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Sequenz des Ab-Wartens, welche weiter die Ohnmacht fördert und höchstens
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noch eine weitere Quelle für Schuldgefühle bildet, nicht aber die Einlösung des
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erfolgreichen Lebens, in das andere für sie investiert haben. Die Erfahrung zeigt,
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dass sogar drohende negative Asylbescheide von ehemaligen unbegleiteten Geflüchteten als Konsequenz des eigenen Versagens internalisiert werden. Auch hier
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wird der eigene Selbstwert einer Kontrollillusion geopfert. Lammers (2016) sieht
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die Funktion der Überlebendenschuld zusätzlich darin, dass sie die Verbundenheit und Gleichheit mit der Herkunftsfamilie aufrechtzuerhalten ermöglicht. Der
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innere Konflikt sich abzugrenzen, liegt auf der Hand.
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Traumapädagogische Arbeit bedeutet hier zum einen ein konsequentes Angebot zu begleiten und zum anderen das Kennenlernen der erlebten und dahinterstehenden Biografie. (Strukturiertes) Erzählen erlebter Geschichte ist ein wesentlicher schuldgefühlsreduzierender Mechanismus (Andreatta/Unterluggauer 2012).
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Damit sich die Überlebendenschuld der Jugendlichen, insbesondere auch geflüchteter Jugendlicher, nicht zum lebenslangen Motor entwickelt, braucht es entsprechende Wahrnehmung. Baer und Frick-Baer (2016) betonen, dass die Schuld an
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Macht und Intensität verlieren kann, wenn es gelingt, sie einzuordnen und – wir
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hätten im engeren traumapädagogischen Sinne formuliert – sie zu verstehen (vgl.
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Wilma Weiß‘ Ansatz des Selbstverstehens). Dies gelingt über einfühlsames Erkennen der Abschnitte eigener Biografie, ein gemeinsames Verstehen des hohen
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Verantwortungsdrucks, der entstanden ist, und fordert neben einem – zumindest
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einige Zeit – konsequent begleitenden Umfeld auch die gesellschaftliche Anerkennung des Leids der Geflüchteten. Klärung und gemeinsame Differenzierung unterschiedlicher Schuldbegriffe beispielsweise das Schulderleben von einer Verantwortlichkeit zu unterscheiden, können Kinder und junge Erwachsene entlasten.
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Dabei soll Verantwortung vonseiten der unterstützenden Personen nicht klein
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geredet oder versucht werden, Schuldgefühle zu nivellieren (Butollo/Karl 2022).
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Wertschätzung und Würdigung des von den Kindern und Jugendlichen Geleisteten durch Pädagog*innen werden Schuld eher reduzieren können als simple Ent-
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