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Die Pädagogik der Selbstbemächtigung Eine traumapädagogische Methode

für ihre Arbeit erstellt. »Denn ohne ein Miteinander und Füreinander für eine bessere Zukunft sind Qualitätskriterien nur lieb- und leblose Empfehlungen. Der wahrhaftige Wille und eine Zustimmung, durchdrungen auf allen Ebenen ist Grundvoraussetzung für eine echte Teilhabe« (ebd., S. 107). Die Wirkkraft einer gelebten Partizipation beschreibt eine junge Frau aus dem Lui-Rat: »Mitwirkung lohnt sich, Veränderung ist möglich! […] Wir haben es z. B. geschafft, faire Handyregelungen für alle Mädchen zu finden und ihnen gemeinsam mit der Leitung ermöglicht, einen Chill-Raum einzurichten, den wir selbst beaufsichtigen. Wir stellen Anträge an die Gruppenleiterinnenrunde, die dort behandelt werden müssen. […] im Vorbereitungsteam für unser Jubiläum war eine Rätin unter allen Mitarbeitern dabei und hat mitentschieden, wie wir das Jubiläum gestalten wollen und wo unser Rat seinen Platz findet. Die Begrüßung, also die erste Rede vor allen anderen, haben wir gehalten und die Gäste begrüßt. […] ihr seht, es lohnt sich, macht Spaß und es ist voll schön, mitzugestalten« (ebd., S. 99). Ein Heimrat muss wenn er wirkmächtig sein soll in viele Ebenen der Institution einwirken, z. B. in pädagogischen Konferenzen seine Anliegen diskutieren können. Der Kontakt zur Leitung sollte in welcher Form auch immer möglich sein. Im AWZ ist der Heimrat Chefinnensache, sicher eine Grundlage seiner hohen Wirksamkeit. »Für Kinder und Jugendliche ist es dabei von entscheidender Bedeutung, dass Beteiligung unmittelbare Ergebnisse hervorbringt« (Kühn 2013, S. 140; Mascenaere ausführlich i. d. B.). Die Wirkkraft partizipativer Strukturen als ein auf die Gemeinschaft bezogener Akt der Selbstbestimmung (Bönisch/Schröer 2007, S. 193) sei nicht zu unterschätzen.

Hilfeplanung als Selbstbemächtigung Hilfeplangespräche haben große Wirkung. Die Kinder und Jugendlichen haben vielleicht Angst vor den Ergebnissen, vor den weitreichenden Entscheidungen, die »über« sie getroffen werden, und Angst, dass ihre Wünsche nicht gehört werden. Alle Menschen haben eine innere Vorstellung von sich und von ihrem Platz in der Welt. Mädchen* und Jungen* aus herausfordernden Lebensumständen haben in die Regel eine negative Vorstellung, »die traumatische Erwartung« (Pynoss et al. 2000, S. 285). Mögliche Korrekturen dieser Erwartung werden behindert, wenn wir diese »traumatische Erwartung« und ihre Korrektur in der Hilfeplanung nicht ausreichend und von Anfang der Hilfestellung an beachten. Vielleicht sehen sie ihre Situation hoffnungsloser als sie ist. Sie erkennen Wachstumschancen und Unterstützerinnen nicht. Im Gegensatz hierzu können die innerliche Wahrnehmung und das Gefühl, dass die gegebene Situation eine Struktur und Bedeutung hat und es Möglichkeiten des Handelns gibt, die Mobilisierung innerer Kräfte anschieben bzw. stärken. In einer Erörterung des Expertinnenrates über gute Pädagogik wurde die Bedeutung der kognitiven Auseinandersetzung