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Literatur
Diese Wut, die mich immer
wieder einholt
Methodisches zur Arbeit mit traumatischer Übertragung
und der Gegenreaktion
Tanja Kessler
Daß die Vögel der Sorge und des Kummers
über Deinem Haupte fliegen,
kannst Du nicht ändern.
Aber daß sie Nester in Deinem Haar bauen,
das kannst Du verhindern.
(Chinesisches Sprichwort)
In der stationären Erziehungshilfe, in der sozialpädagogischen traumapädagogischen Familienhilfe, im Kindergarten oder in der Schule: Die Kinder und Jugendlichen, ob mit oder ohne Behinderung und/oder Migrationshintergrund, agieren
in der Begegnung mit psychosozialen Fachkräften vor dem Hintergrund ihrer bisherigen Erfahrungen. In der Begegnung mit den Menschen, deren Erleben insbesondere in den ersten Lebensjahren von Belastung und Überlebenskampf geprägt
war und bei vielen immer noch ist, sind die inneren Erwartungen an ihre Umwelt
und an ihre Bezugspersonen geprägt von Misstrauen, von großer Angst, Ohnmacht, Hilflosigkeit und Wut. In der täglichen Arbeit übertragen sich die Ängste
und das Misstrauen der Kinder auf die Pädagog*innen. So entstehen im alltäglichen Miteinander in scheinbar ungefährlichen Situationen Auseinandersetzungen, die eine der Situation auf den ersten Blick unangemessene Wucht in sich bergen. Traumatische Übertragungen werden wirksam (Hermann 1994; Kessler in
diesem Band).
Die Arbeit mit der Übertragung und der Gegenreaktion als integralen Bestandteil pädagogischen Arbeitens zu betrachten, unterstützt die Unterbrechung eingefahrener traumatisch geprägter Beziehungsdynamiken. Über das bessere Verständnis der Pädagog*innen für die Reaktionen der Kinder und Jugendlichen und
auch der eigenen Reaktionen, Handlungsimpulse und Gefühle wird es der Fachkraft möglich, die Situation einer veränderten Bewertung zu unterziehen. So wird
es eher gelingen, in Beziehung zu bleiben und Strategien zu entwickeln, die die
eigene Handlungsfähigkeit wiederherstellen (Weiß 2013a; Lang, B. 2013).
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