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Die Perspektive der Betroffenen
Diagnostisches Fallverstehen Stressoren/Belastungen Defizite, Behinderungen
individuell personale Faktoren
Umgebungsfaktoren
Stärken und Ressourcen Abb. 3: Koordinaten psychosozialer Behandlung (nach Pauls 2011, S. 209; vgl. auch Gahleitner et al. 2014, S. 256)
Defizite abbauen helfen. Aus diesen – zunächst ungeordneten – Interventionsimpulsen können dann in einer Fallbesprechung die Impulse nach Prioritäten sortiert und in ein Dreischritteprogramm zusammengefügt werden, das sich strukturell gut mit dem im Kapitel »pädagogisches und therapeutisches Milieu« vorgestellten Traumabewältigungsmodell vereint (Gahleitner in diesem Band). Zudem unterstützt es das gegenseitige Verstehen und kann über die Eröffnung von Dialogräumen, die durch die gemeinsame Methodenanwendung entstehen, die Beziehungsebene stärken.
Die Perspektive der Betroffenen Im Fachverband Traumapädagogik ist es mittlerweile Tradition, die Perspektive der Betroffenen in den Vordergrund zu stellen, wir nennen sie »Expert*innen für herausfordernde Lebensumstände«, weil sie »viel wissen über das Überleben, Regulationsmechanismen und gute Pädagogik« (Ebert et al. 2022, S. 49). Für sie haben Diagnostik- bzw. Verstehensprozesse eine besondere Bedeutung und eine korrigierende Wirkung vor allem durch das Verstehen der Betroffenen selbst: »Bewältigung bedeutet, dass wir uns verstehen, sie bedeutet allerdings auch, dass unsere Bezugspersonen uns verstehen« (Die Expertinnen 2018, S. 15), so schreiben junge Frauen aus einer Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe im Buch »Hey, ich bin normal!« (Weiß/Sauerer 2018). Konsequent ist daher die Forderung nach der inneren Bereitschaft der Profis, »die Mädchen und Jungen als ExpertInnen für herausfordernde Lebensumstände zu begreifen« (Ebert et al. 2022, S. 50) und die Forderung, Fachwissen verstehbar auch ihnen zur Verfügung zu stellen.
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