2026-001/documents/handbuch-traumapaedagogik/pages/344.md

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Traumapädagogisch diagnostisches Verstehen
ter Alltagsdiagnostik gemeinsam und sinnverstehend zusammenzutragen, und
wird im Folgenden kurz vorgestellt.
Verstehen und Intervention gestalten in der
Praxis der Traumapädagogik
Ein erster Schritt für die Zuweisung zu den vielen stationären Hilfen für Kinder
und Jugendliche ist die bereits erwähnte klassische psychopathologisch-psychia­
trische Diagnostik, so z. B. nach § 35a. Psychosoziale Fachkräfte haben auf diesen
Prozess häufig mehr Einfluss, als sie erahnen. Viele Kliniken und psychiatrischen
Akteur*innen empfinden den Austausch von Beobachtungen und Eindrücken als
hilfreich in ihren häufig schwierigen und komplexen Entscheidungsprozessen
im Rahmen von Traumafolgestörungen (vgl. Abbildung 1 und 2). Auch wenn das
Erstellen diagnostischer Einschätzungen oder Gutachten also in der Regel an psychologische oder psychiatrische Kolleg*innen delegiert wird, ist es sehr hilfreich
für jede interdisziplinäre Zusammenarbeit und jedwede Berufsgruppe innerhalb
der Jugendhilfe, sich in den Systemen zurechtzufinden sowie diese Diagnostik
nachvollziehen, anwenden und auch kritisch hinterfragen zu können. Nur so kann
kategoriale Diagnostik sinnvoll in den weiteren Hilfeprozess eingebettet werden.
Abb. 1: Die Komplexität der Traumafolgestörung (eigene Darstellung in Anlehnung an Schmid/Fegert/
Petermann 2010, S. 49)