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Traumapädagogische Angebote

Traumapädagogische Angebote Ihre Bedeutung in den Hilfen zur Erziehung für die Fallsteuerung durch das Jugendamt Harald Britze und Marie Fingerhut

Einleitung Traumapädagogische Angebote können die notwendige und geeignete Hilfestellung für junge Menschen in den Hilfen zur Erziehung und der Eingliederungshilfe sein. Diese Erkenntnis über den seit langer Zeit erprobten methodischen Ansatz ist unzweifelhaft und auch anerkannt. Für die Mitarbeitenden in den Allgemeinen Sozialen Diensten der kommunalen Jugendämter stellt sich jedoch immer wieder die Frage, wann diese Form der Unterstützung auszuwählen ist und wie eine solche Hilfe inhaltlich gesteuert werden kann. Denn klar ist auch, dass nicht jede beim Jugendamt hilfesuchenden Familie bzw. jedem hilfesuchenden jungen Menschen mit solch besonders intensiven und langwierigen Interventionen adäquat geholfen werden kann. Keinesfalls darf der seit Jahren andauernde Trend hin zum Auf- und Ausbau von heilpädagogischen und therapeutischen Plätzen in der Heimerziehung dazu führen, dass lediglich aufgrund der bestehenden Angebotsstruktur traumapädagogisch arbeitende Einrichtungen für eine Belegung durch junge Menschen mit mannigfaltigen Auffälligkeiten in Betracht kommen. »Ein Trauma ist ein Ereignis, das mit den im Moment des Auftretens zur Verfügung stehenden Bewältigungsmöglichkeiten nicht bewältigt werden kann« (Rahm 2015, S. 5). Allein diese Minimaldefinition weist vor dem Hintergrund der Auswahl geeigneter Hilfeangebote darauf hin, dass belastende und traumatisierende Erlebnisse junger Menschen in deren Persönlichkeitsentwicklung und Ausdrucksform oftmals zu Handlungsweisen führen, die letztendlich Schutz bieten weil adäquate Bewältigungsmechanismen nicht zur Verfügung stehen. Auch wenn die damit verbundenen Verhaltensweisen oftmals ungewöhnlich erscheinen und sich als wenig sozial adäquat erweisen, sichern sie den jungen Menschen erst einmal das Überleben. Hierin liegen auch Fähigkeiten und Stärken, mit denen im Verlauf einer Betreuung gearbeitet werden kann und die es im Rahmen der Hilfeplanung festzuhalten gilt. Unabhängig davon ist jedoch ganz besonders einer dauerhaften und belastbaren Bindung größte Bedeutung beizumessen (Gahleitner 2014, S. 370f.). Für die betreuenden Fachkräfte gilt es, die unterschiedlichen Verhaltensweisen auszuhalten und dem jungen Menschen gleichzeitig zu vermitteln, ausgehalten zu werden. Dies gilt auch, obwohl diese Prozesse oftmals für alle Beteiligten sehr belastend