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Pflegekindschaft: Chancen für traumatisierte Kinder in neuen Eltern-Kind-Beziehungen

gen zu entwickeln, zeigt erhebliche Erfolge, wie auch die Ergebnisse einer Befragung von Tenhumberg zu erwachsenen Pflegekindern zeigen (Tenhumberg 2014). Eine Untersuchung von Nowacki und Ertmer zeigt: »Dauerpflegeverhältnisse, in denen Besuchskontakte zu den leiblichen Eltern ausgeschlossen waren, haben eine hochsignifikant niedrigere Abbruchquote« (Nowacki/Ertmer 2002, S. 27).

Pflegeeltern: Prüfung und Vorbereitung Im Auftrag des Kindeswohls sollten gute Pflegeeltern gesucht, überprüft und auf ihre Aufgabe vorbereitet werden. Pflegeeltern können diejenigen werden, deren Kinderwunsch bereits durch eigene, schon ältere Kinder erfüllt ist und die noch genügend Kraft für eine weiteres Kind besitzen; oder auch Eltern, deren Wunsch nach einem eigenen leiblichen Kind unerfüllt bleibt und die diese Enttäuschung betrauern konnten. Ein Pflegekind kann kein leibliches Kind ersetzen, wohl aber ein Paar zu Eltern machen und Familie ermöglichen. Pflegekinderdienste haben vielfältige und unterschiedliche Auswahlkriterien. In jedem Falle sollten zukünftige Pflegeeltern eine psychische Stabilität und die Bereitschaft und Kompetenz mitbringen, sich dauerhaft auf eine intensive Beziehung einzulassen, sich in kindliche Bedürfnisse einzufühlen und auch Rücksicht zu nehmen sowie lernbereit und lernfähig zu sein. Da Erziehungsfähigkeit im Wesentlichen durch eigene Erfahrungen mit einer Mutter und einem Vater entwickelt wird, gehören Gespräche über die Geschichte der Pflegeelternbewerber zum Standard. Schulungen zu rechtlichen und finanziellen Fragen, zu den Themen Bindung, Trauma und Traumapädagogik, Integrationsphasen, zum Umgang mit der Herkunftsfamilie und zum Verstehen und hilfreichen Beantworten schwer verständlicher Verhaltensweisen, zu möglichen Auswirkungen auf das Familiensystem aber auch zu Hilfen und Entlastungsmöglichkeiten helfen zu einer realistischen Einschätzung der zu erwartenden Aufgaben. Schließlich geht es in der Vorbereitung auch darum herauszufinden, welches Kind in diese Familie passen könnte und welches auch nicht. Der Pflegekinderdienst prüft also, ob ein Paar oder auch eine alleinerziehende Person grundsätzlich geeignet ist, ein Pflegekind aufzunehmen (vgl. auch Tenhumberg/ Michelbrink 1998, S. 106ff.).

Anbahnung Bevor es zu einem ersten Kontakt zwischen möglichen Pflegeeltern und einem zu vermittelnden Kind kommt, sollte die Perspektive des Kindes geklärt sein. Ist eine Rückführung ausgeschlossen und ein Dauerpflegeverhältnis die angestrebte und geeignete Perspektive, sollte ein am Bedarf des individuellen Kindes orientiertes