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Pflegekindschaft: Chancen für traumatisierte Kinder in neuen Eltern-Kind-Beziehungen
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nold 2010). Oft Todesängste im Kontext von Verwahrlosung. Je nach Untersuchung variieren die Zahlen auch von 43 % bis 70 % (Kindler et al. 2010, S. 183,
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S. 869; Oswald/Fegert/Goldbeck 2013). Aufgrund von Schweigegeboten, Schuldund Schamgefühlen, Lebensalter bei der Erhebung, dissoziativer Amnesie oder
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auch fehlender Dokumentation ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen (Zitelmann 2016, S. 220).
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Eine heilsame Integration in eine Pflegefamilie kann nur gelingen, wenn wir
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auch etwas von Kindesmisshandlung wissen und verstehen (Westermann 1998).
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Sie wird von Nienstedt und Westermann als »Bedrohung mit Vernichtung«
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(Nienstedt/Westermann, 2007 S. 53) definiert. Sie »liegt dann vor, wenn das Kind
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von seinen Eltern, zu denen es bei Gefahr und Angst fliehen müsste, überwältigt
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wird, sodass es sie nicht nur als Schutzobjekte verliert, sondern auch mörderisch
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überwältigend erleben muss.« … »oder als Menschen, die (wie bei der Vernachlässigung) in ihrer Gleichgültigkeit das Kind vernichten können, indem sie es einsperren oder hungern lassen.« Oder das Kind wird » – wie im Falle des sexuellen
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Missbrauchs – seiner Kindheit beraubt und mit Prügel und Totschlag bedroht,
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wenn es nicht schweigt« (ebd., S. 53f.). Die unerträglichen Ängste und Ohnmachtsgefühle wehren Kinder mithilfe der Identifikation mit dem Aggressor,
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Überanpassung und durch Übernahme von Schuld und Verantwortung ab. So
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entstehen Angstbindungen und schwere Störungen in der Identitätsentwicklung
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(ebd., S. 70ff., 222ff.). So ist meist nicht etwa die Trennung von den leiblichen Eltern das wesentliche Trauma, sondern die schmerzhafte Geschichte mit den leiblichen Eltern, die zur Trennung geführt hat.
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Drei Beispiele:
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Misshandlung in Form von Überwältigung und Vernachlässigung
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Der fünfjährige Jan wurde als Säugling von seinem Vater fast mit dem Kopfkissen erstickt, als er schrie. Im Zimmer eingesperrt vergaßen ihn die Eltern über Stunden und
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ließen ihn sogar tagelang alleine. Vor lauter Hunger aß er Tapeten. Im Winter musste er
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– zur Strafe ausgesperrt – frieren. Die Mutter teilte ihm mit, dass sie bedauerte, ihn nicht
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abgetrieben zu haben. Wegen ihm habe sie kein schönes Leben.
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Vernachlässigung und sexuelle Kindesmisshandlung
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Die vierjährige Anna wurde von ihrer Mutter schwer vernachlässigt, auch bei Verletzungen und Krankheiten allein gelassen, kaum mit Nahrung, notwendigen Medikamenten
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und warmer Kleidung versorgt. Von ihrem Stiefvater wurde sie sexuell ausgebeutet und
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als Ware verkauft. Ihr wurde gedroht, sie mit dem Messer umzubringen, wenn sie davon
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etwas sage.
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