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Traumapädagogische Familienhilfe
Menschen ermöglichen es, Aktionen, Reaktionen und Gegenreaktionen zu verstehen. Auf der Grundlage dieses Verstehens ist die gemeinsame Entwicklung
von Veränderung möglich, die als Ziel die Reduzierung der durch eine Traumatisierung entstandenen Alltagsbelastung hat. Bereits das Verstehen und im speziellen Selbstverstehen des vom Trauma primär betroffenen Menschen führt zur
Verminderung von Belastungsgefühlen. Und birgt die Möglichkeiten, traumabezogene Erwartungen zu minimieren bzw. zu korrigieren: »Ich bin ja gar nicht
verrückt, ich reagiere absolut normal auf in der Vergangenheit existenziell bedrohlich Erlebtes.«
Die Traumapädagogische Familienhilfe (TPFH) ist eine der möglichen Antworten auf die Belastungsfaktoren und Nöte eines Familiensystems. Neben der praktischen Unterstützung bei der Bewältigung von Alltagsanforderungen, die die zentrale Aufgabe der Sozialpädagogischen Familienhilfe (SPFH) auf der Grundlage
eines erzieherischen Bedarfes beinhaltet, ist die traumapädagogische Begleitung
eines Familiensystems im Rahmen einer TPFH durch zusätzliche Herausforderungen geprägt, denen in personeller Besetzung, Inhalt der Arbeit und fachlicher
Begleitung der Mitarbeitenden Rechnung getragen wird.
Die personelle Besetzung
Das pädagogische Angebot der TPFH braucht ein Mehr an Personal. Die Erfahrung zeigt, dass die Begleitung durch mindestens ein Pädagog*innen-Tandem einen
positiven Prozessverlauf begünstigt. Die in diesem Bereich tätigen Pädagog*innen
benötigen fachspezifische als auch selbstreflektive Kenntnisse, um mit einem traumatisierten System konstruktiv und achtsam einen Weg zu beschreiten, der in der
Bewegung bis zur Verabschiedung im Ziel, auch im Konflikt von Wertschätzung
geprägt sein sollte.
Die Welle gGmbH, ein Jugendhilfeträger im Rhein-Main-Gebiet, beschreibt in
dem der TPFH zugrundeliegenden Konzept die fachlichen Standards.
• In der Hilfeform der TPFH arbeitet ein Berater*innenteam, welches über eine
mehrjährige Berufserfahrung verfügt. Die Mitarbeitenden erhalten in kurzen
Intervallen eine feldbezogene und traumasensible Supervision sowie eine Fachanleitung. Es existiert eine Kooperationsbereitschaft mit Traumatherapeut*innen und Kliniken.
• Die Mitarbeitenden besitzen eine traumapädagogische Zusatzqualifizierung.
Bei den Vertiefungsgebieten handelt es sich um Wissen aus der Psychotraumatologie (Definitionen, Klassifikation, Dynamik, Neurobiologie, Traumakategorien aus systemischer Sicht), traumabezogene sozialpädagogische Diagnostik,
Traumapädagogik, Bindungstheorie, Resilienzforschung und Kenntnisse über
therapeutische Verfahren.