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Da hilft nur Geduld und Spucke
den Einrichtungen gelebte »Gleichaltrigenkultur« sei umso wichtiger, da im Gegensatz zu früher dauerhafte Peergroups im familialen Umfeld kaum entstehen können. Aus den Kindertagesstätten hinaus haben sich viele Familienzentren entwickelt, auch als eine Antwort auf die Veränderung gesellschaftlicher Strukturen. Ein Familienzentrum übernimmt Aufgaben sozialer Netzwerke bzw. ist Teil dieser Netzwerke. Über die partnerschaftliche Elternarbeit (die hier aus Platzgründen auch nicht vertieft werden kann) hinaus verstehe ich das Familienzentrum als sozialen Ort, an dem die Menschen andere, auch aus anderen Kulturkreisen kommende Menschen kennenlernen, z. B. durch ein gemeinsames Fastenbrechen in den Räumen der Kita. Eltern- und Informationsabende bieten die Möglichkeit, sich Wissen über Themen wie Pubertät, sexualisierte Gewalt, Übergang in die Schule aneignen und sich austauschen zu können. Familienzentren bieten Hilfen an für die zu leistenden Anforderungen wie Schuldnerberatung, Umgang mit Scheidungen, Trauerbegleitung, Kontakte zu Behörden, aber auch Flohmärkte und andere gesellige Situationen.
Traumatisierte Mädchen und Jungen in Kindertagesstätten Ihre Belastungen »Weil ich doch auch nicht den Krebs kriegen wollte« – Tod einer nahen Bezugsperson Mikels1 Mutter starb, als er drei Jahre alt war. Zu diesem Zeitpunkt war er ein sehr sicher gebundenes Kind. Die Mutter starb sehr schnell, mit Vater und Mikel hatten wir – so gut es ging – mitgetrauert, die Beerdigung und das Leben danach vorbereitet. Mit der Mutter hatten wir die letzten Stunden Kontakt und sie gebeten, doch auch von ihrem Sohn Abschied zu nehmen. Doch in der Nacht vor dem Abschied starb sie. Sie wurde in einer Urne beerdigt. Mikel glaubte nicht, dass seine Mutter in die Urne passte. Bei der Beerdigung wollte er alle nach Hause schicken mit der Begründung: »Dieses Ding grab ich alleine ein.« Mikel ging ab sofort nicht mehr alleine auf Toilette. Immer musste ich die Türe aufhalten: »Gell, Du machst das nicht? So einfach verschwinden?« »Solange ich kann, Mikel, werde ich da sein«, sagte ich. Zehn Jahre später erklärte er seine Verweigerung, auf die Toilette zu gehen: »Ich wollte nicht auch einen Krebs kriegen.« Wir hatten in all den Gesprächen nicht gewusst, dass es wichtig ist, zu erklären, was ›der Krebs‹ ist. In der Kanalisation, wo sonst, hatte Mikel dieses Tier verortet.
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Die Kinder sind reale Kinder, die Namen verändert.