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184
Reflektiert die gegenwärtige Traumapädagogik die Strukturkategorie Gender?
jeweilige Situation der Kinder und Jugendlichen angeboten, dialogisch durchdacht
und umgesetzt werden.
Die Bearbeitung von starren Geschlechtsrollen stellt auch einen wichtigen psychoedukativen Bestandteil der Behandlung komplexer Traumata dar. Daneben
kann eine lebenswelt-, subjekt- und situationsnahe Diagnostik die Bedeutung genderspezifischer Aspekte einfangen und die für das Gegenüber konsequent transparente und dialogische Haltung dafür bereitstellen. Neben der kategorialen Klärung
der Symptomatik der Traumafolgestörung im engeren Sinne sollte zusätzlich
Raum für biografische Selbstbeschreibungen und Selbstdeutungen sowie sozialund lebensweltorientierte Abklärungen bleiben (Gahleitner 2011; Gahleitner et al.
2009; Heiner 2010; Pauls 2011).
Die Strukturkategorie Gender überschneidet sich außerdem mit anderen Differenzkategorien wir arbeiten nicht nur mit Kindern und Jugendlichen, die eine
jeweils unterschiedlich aufgefasste geschlechtliche Identität leben, sondern z. B.
Migrations- und Fluchthintergründe haben, unterschiedliche sexuelle Identitäten
ausbilden, aus ungleichen sozialen Bezügen stammen und mit verschiedenen Fähigkeiten ausgestattet sind. Ein Blick von Fachkräften auf die Ungleichheiten der
Lebensbedingungen kann helfen, die diesbezüglichen Probleme der Kinder und
Jugendlichen sinnvoll zu interpretieren und deren Handlungsspielräume dialogisch zu erweitern (Bilden 2008). Dafür ist von Seiten der Fachkräfte viel Wissen
um und Sensibilität für Differenzen notwendig sowie ein Infragestellen von eigenen Positionen und Selbstverständlichkeiten.
Literatur
Bilden, H. (2001): Die Grenzen von Geschlecht überschreiten. In: Fritzsche, B./Hartmann, J./
Schmidt, A./Tervooren, A. (Hrsg.): Dekonstruktive Pädagogik. Erziehungswissenschaftliche Debatten unter poststrukturalistischen Perspektiven. Opladen: Leske + Budrich, S. 137147.
Bilden, H. (2008): Gender- und differenzsensitive Psychotherapie. Zwischen Differenz und Dekonstruktion. In: Verhaltenstherapie & Psychosoziale Praxis 40, H. 1, S. 177183.
Blain, L. M./Galovski, T. E./Robinson, T. (2010): Gender differences in recovery from posttraumatic
stress disorder. A critical review. In: Aggression and Violent Behavior 15, H. 6, S. 463474.
Böhnisch, L./Lenz, K./Schröer, W. (2009): Sozialisation und Bewältigung. Eine Einführung in die
Sozialisationstheorie der zweiten Moderne. Weinheim und München: Juventa.
Bruhns, K. (Hrsg.) (2004): Geschlechterforschung in der Kinder- und Jugendhilfe. Praxisstand und
Forschungsperspektiven. Wiesbaden: VS.
BT-Drs. 10/1007 (Deutscher Bundestag. Drucksache vom 15.02.1984) (1984): Verbesserung der
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Bonn: Deutscher Bundestag. http://www.bmfsfj.de/doku/Publikationen/kjb/data/download/6_
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Butler, J. (1991): Das Unbehagen der Geschlechter. Frankfurt am Main: Suhrkamp.
Castro Varela, M. d. M. (2004): Die Frage der Gerechtigkeit in der Jugendarbeit. Gender Main­
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