34 lines
2.6 KiB
Markdown
34 lines
2.6 KiB
Markdown
Literatur
|
||
|
||
von und dem Umgang mit Übertragung und Gegenübertragung im pädagogischen Alltag. Zu erwähnen sind an dieser Stelle Michael Günter und Georg Bruns,
|
||
die ein Buch zur psychoanalytisch orientierten Sozialarbeit veröffentlicht haben
|
||
(Günter/Bruns 2010).
|
||
In traumapädagogischen Zusammenhängen stellt Wilma Weiß das Arbeiten
|
||
mit Übertragung und den Gegenreaktionen als einen wichtigen Baustein für den
|
||
pädagogischen Handwerkskoffer dar. Sie erarbeitet einen Leitfaden für den Umgang mit Übertragungen und der Gegenreaktion. Damit stößt sie innerhalb der
|
||
pädagogischen Arbeitsfelder eine Diskussion um das Thema Selbstfürsorge an
|
||
und verändert die Möglichkeiten, mit Gefühlen aus dem Arbeitskontext umzugehen. Wichtig erscheint insbesondere das Konzept der Gegenübertragung/Gegenreaktion für die Belastungen der Pädagog*innen im stationären Bereich. Weiß
|
||
betont die pädagogische Aufgabe, die Übertragung nicht weiter zu verstärken,
|
||
sondern diese durch das Verstehen der Dynamik und versorgende Angebote zu
|
||
minimieren. Verstehen bedeutet auch, dass die Kinder wissen sollen, dass frühere
|
||
Erfahrungen immer noch gültig sind.
|
||
In der Arbeit mit Pflegekindern haben Monika Nienstedt und Amin Westermann die Übertragungsbeziehung als einen wichtigen Baustein der Beziehungsgestaltung der Pflegekinder zu ihren Pflegeeltern herausgearbeitet. Sobald das Kind
|
||
sicher in dem neuen Familiengefüge ist, beginnt die Übertragungsbeziehung
|
||
(Nienstedt/Westermann 2008). Diese Beziehungsgestaltung gleicht einer therapeutischen Beziehung, auf die sich die Pflegeeltern wenn möglich einlassen sollen.
|
||
Hierin sehen die Autor*innen die Chance der Bearbeitung der frühen Beziehungserfahrungen des Kindes.
|
||
Thomas Lang fordert, dass das Konzept der Übertragung und Gegenreaktion
|
||
zunehmend Bestandteil bindungsorientierter Arbeit und bindungsorientierter
|
||
Reflexion des pädagogischen Handelns sein solle (Lang 2013, S. 187).
|
||
Die Möglichkeiten der praktischen Arbeit in traumapädagogischen Zusammenhängen und der Umgang mit den Dynamiken werden in diesem Band in einem weiteren Artikel von Tanja Kessler beschrieben und vertieft. Die Autoren
|
||
Thomä und Kächele benennen, dass der Rückblick und das Wiedererleben von
|
||
Erinnerungen schon immer ihrer Auflösung dienten, um die Perspektive für die
|
||
Zukunft zu erweitern.
|
||
|
||
Literatur
|
||
Aichhorn, A. (1920/2005): Verwahrloste Jugend. Die Psychoanalyse in der Fürsorgeerziehung. Zehn
|
||
Vorträge zur ersten Einführung. Mit einem Geleitwort von Sigmund Freud. 11. Auflage. Bern:
|
||
Hans Huber.
|
||
Bausum, J. (2009): Ressourcen der Gruppe zur Selbstbemächtigung. »Ich bin und ich brauche euch«.
|
||
|
||
177
|