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Raw Blame History

Selbstbemächtigung reloaded

derungen beteiligen zu können, Orte bereitzustellen, in denen sie wachsen und heilen können.

Selbstbemächtigung reloaded Wie zu Beginn beschrieben, ist die Entwicklung der Selbstbemächtigung reloaded vor allem eine Fortschreibung der Expertinnensicht. In der traumapädagogischen Fachöffentlichkeit werden die im Folgenden beschriebenen Vertiefungen der Selbstbemächtigung als Selbstbemächtigung reloaded oder Traumapädagogik reloaded benannt. Dem Dreiklang des Verstehens folgt so unsere praktische Erfahrung die Anerkennung des Schmerzes. Dass gilt auch für die transgenerationalen Wunden. Transgenerationale Selbstbemächtigung hat viel mit Scham (Marks 2021) zu tun. Schlussendlich führt der Schmerz uns auf die Suche nach einer Kraftquelle, die eine spirituelle Selbstbemächtigung sein kann. Der Dreiklang des Verstehens umfasst ähnlich den Konzepten der Dialogizität (Rogers und Buber 1957/1992) das Verstanden Werden, das Selbstverstehen und das Gemeinsam Verstehen. Verstanden werden schafft ein Heimatgefühl: »Aber jetzt noch mal zu meiner Lehrerin [...], wir haben oft über meine Gefühle geredet oder meine Situation und sie hat gesagt, ja, ich kann verstehen, warum du ausgerastet bist [...] es war schon ein Glücksgefühl [...], ein Stück zu Hause.« (Weiß /Melonie/ Söder 2019, S. 155, kursive H. i. O. = steht für Aussagen der Expertinnen.). Teresa Söder, eine Expertin und Mitautorin des Buches Hey, ich bin normal (Weiß/ Sauerer 2018), empfindet verstanden werden als ein Stück zuhause, so auch Hannah Arendt: Ich will verstehen. Und wenn andere Menschen verstehen, im selben Sinne, wie ich verstanden habe dann gibt mir das eine Befriedigung, wie ein Heimatgefühl.« (Arendt 2005, S. 48). Selbstverstehen ist eine Grundlage, um sich annehmen und störungswertiges Verhalten regulieren zu lernen. Die größte Wirkkraft hat das gemeinsame Verstehen, das Verstehen von Professionellen und Expertinnen und das Verstehen unter Gleichen. Miteinander zu sprechen und gemeinsam zu verstehen, schafft Identität: »Erst im Dialog mit anderen wird das Erlebte eigentlich begriffen und zur Erfahrung ausformuliert [...] und die Fäden der personalen Identität aufgenommen und geflochten« (Emcke 2016, S. 52f.). Diese Kraft gilt insbesondere für das Verstehen unter Gleichen, wie Teresa Söder eindrucksvoll schildert: »Wenn wir Mädels geredet haben und über das Verstehen geredet haben, hatten wir so eine Kraft einfach, […] weil uns einfach klar wurde, dass wir mit der Scheiße nicht alleine da stehen, dass wir uns einfach gegenseitig aufgebaut haben und wir uns das Gefühl gegeben haben, dass es ok ist, wie wir sind« (Weiß/Melonie/Söder 2019, S. 156, kursive H. i. O. = steht für Aussagen der Expert*innen). Gemeinsam verstehen bedeutet ein Schritt aus der Isolation und der

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