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Verstehensprozesse und Wiederaneignungsprozesse unterstützen
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veränderte Funktionsweise des Gehirns mit den daraus resultierenden Symptomen Übererregung, Dissoziation und Erstarrung, die Übertragung traumatischer
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Erfahrungen und die Wirksamkeit von Bindungsmodellen entlastet von Schuld
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und Scham: »Ich hatte gelernt, dass der Versuch, die eigenen geistig-seelischen
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Reaktionen auf eine Erfahrung zu verstehen, psychologisch äußerst konstruktiv
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sein kann« (Bettelheim 1982, S. 21). Sich verstehen hilft, um aus der Objektstellung herauszukommen. »Indem sie selbstzerstörerische Verhaltensmuster durchschauen und als veränderbar erkennen, können [sie, Ergänzung der Verf.] reflexive
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Fähigkeiten weiterentwickeln, Lebenswillen als zukunftsgewisses Gefühl wahrnehmen und neue Lebensqualität gewinnen« (Spies 2001, S. 167).
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Das Verstehen ist die Grundlage für Selbstregulation. Indem sie lernen, die traumatischen Erinnerungsebenen zu verstehen, ihre körperlichen Empfindungen
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hierzu wahrzunehmen und zu regulieren, erfahren sie eine Quelle von Selbstwirksamkeit in einer Situation, die früher von Ohnmachtserfahrungen geprägt war.
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»[…] [D]ie wachsende Fähigkeit, in unserer Umgebung wie in unserem Körper
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Dinge zu ändern, ermöglichen ein reiferes, potenteres Verhalten« (Feldenkrais
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1992, S. 98). Selbstregulation hilft dabei, sich in sozialen Bezügen gut zu bewegen.
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Kinder und Jugendliche mit herausfordernden Lebensumständen kommen aus
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gesellschaftlichen Schichten, denen soziale Teilhabe immer mehr verwehrt wird.
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Um sich nicht minderwertig und ausgeschlossen zu fühlen, ist es notwendig, dass
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sie gesellschaftliche Prozesse verstehen (Weiß 2024, S. 168). Warum sind die Unterschiede zwischen den Menschen (inzwischen) so groß? Wie entsteht Rassismus?
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Warum empfinden Manche andere Lebensformen als so gefährlich? Oder erleben
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diese als bedrohlich? Wie verlaufen gesellschaftliche Umverteilungsprozesse? Was
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wollen autoritäre Bewegungen? Warum gibt es sie? Was bewegt die Menschen, die
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sich ihnen anschließen? Durch gedankliches Durchspielen dieser Fragen kann eine Ahnung davon entstehen, dass nicht ich für meine gesellschaftliche Situation,
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vielleicht auch nicht für mein ›Scheitern‹ verantwortlich bin, sondern es immer
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auch auf äußere Faktoren ankommt. Und die Auseinandersetzung mit diesen Fragen ist ein Gegengewicht zu möglicher Ohnmacht angesichts dieser Fakten.
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Selbstbemächtigung bedarf der Entwicklung moralischer Urteilskraft. Hannah
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Arendt beschreibt, wie sich die Menschen daran gewöhnten, das Übel an sich zu
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akzeptieren und »,dass diese frühe moralische Desintegration der deutschen Gesellschaft, die für einen Außenstehenden kaum erkennbar war, eine Art General
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probe für den völligen Zusammenbruch darstellte, der dann während der Kriegsjahre einholte.« (Arendt 2019, S. 19). Die pädagogische Auseinandersetzung um
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Normen und Werte ist ein notwendiger Beitrag zur Demokratisierung, und so
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»muß es sich die Erziehung angelegen sein lassen, nicht nur Wissen zu vermitteln,
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sondern auch das Gewissen zu verfeinern. […] er (der Mensch, Anm. der Verf.)
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wird dann auch immunisiert gegen Konformismus und Totalitarismus.« (Frankl
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2012, S. 25).
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