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Raw Blame History

Konzeptionelle Rahmung

Nur so kann den erhöhten Anspannungszuständen begegnet werden, die schnell zu Überreaktionen führen können (vgl. Schmid 2008). Hier ist die Einrichtung u. a. gefordert, Selbstwirksamkeitserleben als Teil des inneren Sicherheitserlebens zu fördern. In der traumapädagogischen Wohngruppe Greccio z. B. gibt es im institutionellen Einverständnis nur zwei Regeln: Es gelten alle Grundrechte und Gesetze und jeder hat ein Recht auf Erklärung. »Alle anderen Regeln und Absprachen werden mit den einzelnen Kindern entlang ihrer Möglichkeiten und Hintergründe getroffen. Ebenso werden Gruppenabsprachen mit der Gruppe entsprechend der gegebenen Situation getroffen und angepasst« (Lang et al. 2009, S. 112). Im Angebot des Aushandelns wird Selbstwirksamkeit möglich, weil für die eigenen Interessen und Bedürfnisse eingetreten werden kann. Hierüber können u. a. Werte vermittelt und Teamfähigkeit geschult werden. Den jungen Menschen kommt zudem eine immanente Rolle in der Mitgestaltung ihrer persönlichen Angelegenheiten wie auch in der Gestaltung des Gruppenalltags zu. Des Weiteren wird an diesem Beispiel das Zusammenspiel Kind/Einrichtung und psychosoziale Fachkraft/Einrichtung deutlich, da beide mit ihrer jeweiligen Expertise zu aktiven Akteurinnen institutioneller Entwicklung werden. Um dies zu ermöglichen, braucht es eine traumapädagogische Konzepttreue auf der Leitungsebene, die kontinuierlich angeboten und gehalten werden muss, weshalb sich in traumapädagogisch arbeitenden Einrichtungen z. B. auch immer eine Rätestruktur mit diesen Mitgestaltungsebenen finden lässt. Ausblick Beim Blick auf das Konzept der Pädagogik des sicheren Ortes und die dargestellten Handlungsebenen wird deutlich, wie vielschichtig und herausfordernd die Umsetzung traumapädagogischer Inhalte in den pädagogischen Alltag psychosozialer Handlungsfelder ist. Fast könnte man vor der sich abzeichnenden Vielfalt eines traumapädagogischen Implementationsprozesses zurückschrecken, besonders, wenn zeitliche und personelle Ressourcen knapp sind. Daher lassen sich nur über eine gemeinsame, schrittweise und prozesshafte Annäherung an die dargestellten Handlungsebenen neue Erfahrungsräume erschließen, in denen alle Beteiligten wachsen und lernen dürfen. Hier können neue Methoden, Denkansätze und Konzepte mit Spaß und Freude sowie einer wertschätzenden Fehlerfreundlichkeit ausprobiert werden. Das so Erschaffene kommt allen zugute, nicht nur traumabe­ troffenen Menschen. Ähnlich wie Kühn (2006) resümieren Lang und Schmid (2014) ihre Erkenntnisse aus Forschung und Implementationsbegleitung. Demnach kann Traumapädagogik in Institutionen nur dann »wirksam umgesetzt werden, wenn die Institution als Ganzes ein sicherer Ort ist« (S. 61). Mit dem Beschluss, traumapädagogisch arbeiten zu wollen, beginnt ein Prozess, der das Denken und Handeln aller Beteiligten individuell und institutionell nachhaltig verändert (vgl. u. a. Schmid et al.

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