2026-001/documents/handbuch-traumapaedagogik/pages/103.md

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Zusammenfassung und Schlussfolgerungen

bewohner*innen verletzen und missbrauchen kann. Oder, wenn ein junger Mensch dazu neigt, Betreuende zu beißen, anzuspucken oder zu schlagen, ist es wichtig, dies frühzeitig zu wissen, sodass die neue Einrichtung sich darauf vorbereiten kann und auch die Möglichkeit hat, dafür Konzepte zu entwickeln und damit einhergehenden pädagogischen Mehrbedarf bei den Jugendämtern zu reklamieren.

Zusammenfassung und Schlussfolgerungen Die Entwicklung einer gemeinsamen Haltung zu ethisch heiklen Themen innerhalb einer sozialpädagogischen Einrichtung ist essentiell, da diese den Fachkräften die notwendige innere Sicherheit vermitteln kann. Die Sicherheit über gleiche bzw. gemeinsame Werte innerhalb einer Institution kann das Handeln in vielen unterschiedlichen, kaum vorhersehbaren Situationen beeinflussen. Von diesen gemeinsamen Werten können von den einzelnen Fachkräften in pädagogisch herausfordernden Situationen rasch konkrete Handlungen abgeleitet und angewendet werden, die dann im Team wegen der dahinterliegenden geteilten Werthaltungen nur selten hinterfragt werden. Ethische Handlungskompetenz ist eine wichtige Säule der inneren Sicherheit und gesamten Fachlichkeit von Mitarbeitenden, Teams oder einer ganzen Einrichtung bzw. im umgebenden Netzwerk. Um ethische Kompetenzen aufbauen zu können, müssen in Einrichtungen Strukturen und Freiräume geschaffen werden, um diese Themen besprechen zu können. Es ist wichtig, einen sicheren Ort zu schaffen, in dem Mitarbeitende ihre Haltungen, Zweifel und Belastungen durch Entscheidungen offen ansprechen und diskutieren können. Wenn dies möglich ist, führt dies in einen »Engelskreis« von größerer Sicherheit und offener Kommunikation, was zu einer einheitlicheren Haltung und sichereren Mitarbeitenden führt. Einrichtungen, in denen die ethischen Bedenken und das moralische Unwohlsein von den Mitarbeitenden nicht niederschwellig angesprochen werden können und dann auch ernst genommen werden, können keine befriedigende pädagogische Arbeit leisten. Zudem beinhaltet dies ein sehr hohes Risiko für wiederholte Grenzverletzungen sowie eine hohe Fluktuation begabter Fachkräfte. Viele der in der Traumapädagogik entwickelten Strukturen, wie die Versorgungskette, unterstützen die Möglichkeit der Begegnung mit den Klient*innen und bieten die Chance, innerhalb der Institutionen ethische Fragen zu diskutieren. Traumapädagogische Berufspolitik kann helfen die Ressourcen für diese Strukturen zu begründen und einzufordern.

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