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Raw Blame History

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Psychoanalytische Pädagogik

ren (durch Aufspaltung des Sprachspiels) zu rekonstruieren und die beschädigte Lebenspraxis des leidenden Subjektes aufzuheben (Lorenzer 2002). Die Bewegung des szenischen Verstehens der Fachkraft folgt einem »Oszillieren zwischen unmittelbarer Teilhabe und distanzierender Reflexion des gemeinsamen Beziehungsgeschehens« (Trescher 1985), um im Dialog mit dem (erstarrten, wütenden, ängstlichen) Gegenüber (oder der Gruppe) verständigungsorientierte Antworten auf die oft ambivalenten Beziehungsangebote zu (er)finden. Die haltgebende, emotional sichernde Aufgabe desder Pädagogin in diesem Dialog wird gehaltvoll mit dem Konzept »Containment« von Bion (1992) begriffen: Die Professionellen nehmen im Beziehungsgeschehen die (noch) nicht integrierbaren Affekte und aktuell schwer auszuhaltenden Emotionen des Kindes/Jugendlichen (wie Wut, Hass, Hilflosigkeit und Angst) auf, bewahren und verarbeiten sie in ihrem Inneren (to be contained). Von besonderer Bedeutung ist eine containende Haltung in der pädagogischen Arbeit mit als traumatisiert geltenden Kindern, um es vor einem Überflutet-Werden von den eigenen Affekten zu schützen. Dazu gibt derdie Pädagogin ihm diese Empfindungen in reifer, denkbarer Form (Fonagy et al. 2004) als »Antworten« zurück. Dies wird in der Psychoanalytischen Pädagogik als »Mentalisierung« begriffen, womit ein »Prozess der Transformation einer emotionalen Erfahrung in Gedanken, die gedacht und schließlich auch mit Hilfe der Sprache ausgesprochen und bewusst bearbeitet werden können« (Schäfer 2024), beschrieben ist. Erst die Erfahrung hinreichenden »Containments« in Verbindung mit mentalisierenden feinfühligen Antworten befähigt ein Kind nach und nach, selbst zu einem haltenden Container für eigene und fremde Affektzustände zu werden. Einen hohen Rang in Konzepten der Psychoanalytischen Pädagogik nehmen die Überlegung von Winnicott (1971) zum »Übergangsraum«/»potential space« ein: Er gilt als eine Metapher für einen Zwischenbereich der menschlichen Erfahrung zwischen drinnen und draußen, als ein Raum zwischen Illusion und Wirklichkeit, und stellt geradezu ein Medium der Entwicklung dar. Der Übergangsbzw. Möglichkeitsraum repräsentiert einerseits den Eintritt in das Symbolische, aber er verkörpert zugleich den Ort des Spiels, der Kreativität, der Imagination und stellt so den Bereich der subjektiv erfahrenen Widersprüche dar. Im Möglichkeitsraum vermag das Individuum beides zu leisten, für einen Moment sich den Zwängen der entfremdenden Anforderungen zu entledigen und Spontaneität reflexiv werden zu lassen. Mithin besteht die Leistung der Professionellen darin, das »Bühnengeschehen« derart mitzugestalten, dass ein spielerischer Prozess des ständigen schöpferischen Neubeginns möglich wird, und dass jenes aufscheinende Neue Fortführung in den Bezugsnetzen der Welt finden kann. Doch ist den Psychoanalytischen Pädagog*innen sehr bewusst, dass allein das kognitive Wissen um Konzepte und Mechanismen von Übertragung und Gegenübertragung, von Abwehr und Gegenabwehr und andere keineswegs ausreichend