41 lines
3.0 KiB
Markdown
41 lines
3.0 KiB
Markdown
42
|
||
|
||
Reformerische und emanzipatorische Pädagogik
|
||
|
||
schen, die die stationäre Jugendhilfe verlassen (www2.careleaver.de). Das Selbstverständnis der Traumapädagogik muss die Vorstellung integrieren, dass individuelle,
|
||
kollektive Traumata und transgenerational weitergetragene Täter*innen-OpferStrukturen durch die Grundsätze der Subjektorientierung, die auch schon in der
|
||
emanzipatorischen Pädagogik angelegt sind, wenn nicht korrigiert, so doch gemildert werden können. Sie stellt den Kindern und Jugendlichen wichtiges Wissen
|
||
über traumatische Prozesse, individuelle und kollektive Wirkweisen bereit und
|
||
unterstützt somit pädagogische Prozesse der Subjektwerdung.
|
||
Traumapädagogik in der Tradition reformerischer und emanzipatorischer Pä
|
||
dagogik beinhaltet die engagierte Wahrung der Rechte von Mädchen und Jungen
|
||
und begreift sich deshalb auch immer als parteiliche Vertretung lebensgeschichtlich belasteter Kinder und Jugendlichen, die politisch bewegen möchte. Dieser politisch-partizipative Gedanke fordert die Pädagog*innen auf, gesellschaftliche Verhältnisse zu reflektieren und sich in dem dialektischen Verhältnis von Anpassung
|
||
und Widerstand zu bewegen.
|
||
|
||
Literatur
|
||
Adorno, T. W. (1963): Was bedeutet Aufarbeitung der Vergangenheit. In: Adorno, T. W.: Eingriffe.
|
||
Neun kritische Modelle. Frankfurt am Main: Suhrkamp, S. 125–146.
|
||
Adorno, T. W. (1966): Erziehung nach Ausschwitz. In: Adorno, T. W.: Erziehung zur Mündigkeit.
|
||
Vor- träge und Gespräch mit Hellmut Becker (1959–1969). Frankfurt am Main: Suhrkamp,
|
||
S. 88–104.
|
||
Aichhorn, A. (1925/1987): Verwahrloste Jugend: Die Psychoanalyse in der Fürsorgeerziehung. Zehn
|
||
Vorträge zur ersten Einführung. Bern: Huber.
|
||
Arbeitsgruppe Heimreform (2000): Aus der Geschichte lernen: Analyse der Heimreform in Hessen
|
||
(1968–1983). Frankfurt am Main: IGFH-Eigenverlag.
|
||
Bettelheim, B. (1970): Liebe allein genügt nicht. Die Erziehung emotional gestörter Kinder. Stuttgart:
|
||
Klett.
|
||
Bernfeld, S. (1973): Sisyphos oder die Grenzen der Erziehung. Frankfurt am Main: Suhrkamp. Böhm,
|
||
W. (2012): Die Reformpädagogik. Montessori, Waldorf und andere Lehren. München: C. H. Beck.
|
||
Dewey, J. (2000): Demokratie und Erziehung. Eine Einleitung in die philosophische Pädagogik.
|
||
Weinheim und Basel: Beltz.
|
||
Gramsci, A. (2004): Erziehung und Bildung. Gramsci-Reader. Hamburg: Argument.
|
||
Giesecke, H. (1997): Die pädagogische Beziehung. Pädagogische Professionalität und die Emanzipation des Kindes. Weinheim und München: Juventa.
|
||
Fischer, G./Riedesser, P. (2009): Lehrbuch der Psychotraumatologie. 4. Auflage. München und Basel:
|
||
Ernst Reinhardt.
|
||
Freire, P. (2002): Pädagogik der Unterdrückten. Bildung als Praxis der Freiheit. Reinbek b. Hamburg:
|
||
Rowohlt.
|
||
Feuser, G./Jantzen, W. (Hrsg.) (1984): Zum 50. Todestag von L. S. Wygotsky. Bad IV des Jahrbuchs
|
||
für Psychopathologie und Psychotherapie. Köln: Pahl Rugenstein.
|
||
Habermas, J. (1985): Die neue Unübersichtlichkeit. Frankfurt am Main: Suhrkamp.
|
||
Herrmann, U./Schlüter, St. (Hrsg.) (2012): Reformpädagogik – eine kritisch konstruktive Vergegenwärtigung. Bad Heilbrunn: Julius Klinkhardt.
|