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| analysis-fallthematik | markdown | Fallthematik | Die Fallthematik ist das zentrale Ergebnis der Analyse – sie verdichtet alle konstatierenden Hypothesen zur Kernfrage: «Worum geht es in diesem Fall eigentlich?» Formuliere sie präzise, theorieoffen (keine Erklärungen!) und so, dass sie eine passende Grundlage für die Diagnose bildet. Fasse dabei auch divergierende Einschätzungen und den Klärungsbedarf zusammen. | "Worum geht es in diesem Fall eigentlich?" | Qualitätsprüfung: Ist es präzise? Ist es theorieoffen (keine Erklärungen)? Erfasst es die Essenz aus mehreren Perspektiven? Bildet es eine passende Grundlage für die Diagnose? Sind divergierende Einschätzungen benannt? | 🎯 Fallthematik = Verdichtung der konstatierenden Hypothesen |
Fallthematik
Aus den konstantierenden Hypothesen und den Auswertungen formuliere ich folgende Fallthematik:
Heimweh zeigt sich bei Leny weniger als klassisches Vermissen, sondern stärker als emotionale Belastung im Zusammenhang mit familiären Sorgen, Konflikten, Übergängen und fehlender Sicherheit. Im Vordergrund stehen dabei seine Sorgen um zuhause, um seine Mutter und um seine Geschwister. Auffällig ist zudem, dass Leny in belastenden, unangenehmen oder überfordernden Situationen eher ausweicht, vergisst oder an Orientierung verliert. Vertrautheit, Interesse und konkrete Handlungen begünstigen seine Orientierung und verringern sein Vergessen.
Kooperative Verdichtung
In der Zeit, in der die Perspektivenanalyse und die Drei Häuser erarbeitet wurden, fand im Praxisbetrieb auch ein Gespräch nach dem lösungsorientierten Ansatz statt, das im Praxisbetrieb Oasengespräch genannt wird. Dort bringt das Kind das Thema selbst ein und erarbeitet im Prozess eigene Schritte. Leny brachte dabei das Thema Heimweh ein (vgl. Kapitel 3.1, Gegenwärtige Situation). In diesem Gespräch konkretisierte sich das Heimweh. In einem Aspekt beschreibt Leny dabei sein Bedürfnis nach Ruhe und Erholung sowie die Überforderung mit seinem Zimmerkollegen.
Im Fachaustausch mit der Psychologin und in der organisatorischen Sitzung verdichtete sich die Einschätzung, dass die aktuelle Zimmerkonstellation für Leny eher überfordernd ist und ein Zimmerwechsel entlastend wirken könnte.
In einer Supervision bearbeiteten wir die unterschiedlichen fachlichen Sichtweisen zur Zimmersituation und klärten das weitere Vorgehen.
Sofortmassnahme
Im Verlauf der Analyse verdichteten sich die Hinweise darauf, dass das von Leny benannte Heimweh eng mit emotionaler Belastung, Sorgen, fehlender Ruhe und der aktuellen Zimmerkonstellation verbunden ist. Daraus ergab sich bereits vor dem Prozessschritt Diagnose ein unmittelbarer Unterstützungsbedarf. Der geplante Zimmerwechsel wird deshalb als kooperativ bearbeitete Sofortmassnahme verstanden und nicht als Ergebnis einer bereits ausgearbeiteten Zielsetzung oder Interventionsplanung.
Validierungsgespräch
(Im Validierungsgespräch mit Leny überprüfte ich anschliessend, ob er sich in den verdichteten Analyseerkenntnissen wiedererkannte und wie er die bereits besprochene Sofortmassnahme einschätzte.)