2026-001/050-analysis/06-analysis-hypothesen-1.md
2026-03-17 10:45:14 +01:00

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id: "analysis-hypothesen-1"
type: "markdown"
title: "Konstatierende Hypothesen (Methode 1)"
hint: "Formuliere konstatierende Hypothesen: Was lässt sich aus der Analyse feststellen? Gehe gedanklich auf eine Metaebene und halte Zentrales, Auffallendes, sich Widersprechendes oder Irritierendes fest. Gewichte die Hypothesen nach Relevanz. Achtung: nur beschreiben, WAS ist keine Ursachenerklärungen (kein weil, deshalb)."
footnote: "🔍 Konstatierende Hypothesen — Vogelperspektive und Gewichtung"
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1. Die Erwachsenen erkennen bei Leny häufiger emotionale Belastung als klassisches Heimweh. Sie zeigt sich besonders am Abend, nach Wochenenden, nach Ferien, nach Konflikten und bei Stress zuhause.
2. Emotionale Belastung erkennen die Erwachsenen bei Leny dadurch, dass er traurig, in sich gekehrt, ruhiger, müde oder angespannt wirkt.
3. Leny verbindet Heimweh damit, an zuhause, an seine Familie und an schöne Momente zu denken. Als Ausdruck beschreibt er Weinen, einen dicken Hals und eine laufende Nase. Die Kindsmutter nennt zusätzlich Kopfweh und Bauchweh.
4. Mehrere Fachpersonen im Praxisbetrieb bringen Lenys emotionale Belastung mit Sorgen um seine Familie in Zusammenhang. Konkret benannt werden dabei die Sorge um seine Mutter und der Wunsch, sie zu schützen.
5. Ausweichen oder Nicht-Reagieren zeigt sich bei Leny vor allem bei Anforderungen, unangenehmen oder lästigen Themen, Überforderung und Müdigkeit.
6. Lenys Ausweichen wird unterschiedlich gedeutet. Es wird als nicht wollen, nicht mögen, Müdigkeit oder Überforderung beschrieben. Der Bereich Therapie und Leny selbst beschreiben es auch als Schutz vor starken Emotionen.
7. Belastung, Müdigkeit, Reizfülle, Übergänge und viele gleichzeitige Anforderungen erschweren Leny in mehreren Themen den Alltag.
8. Leny beschreibt seine Orientierung selbst unterschiedlich. An vertrauten Orten ist er gut orientiert. Schwieriger ist es für ihn bei neuen Orten und Wegen sowie bei Wochentagen und Monaten.
9. Leny ist bei direkten Handlungen sicherer orientiert als bei zeitlich gebundenen oder mehrschrittigen Abläufen, die er sich merken muss. Bisherige Versuche, ihm solche Abläufe einzuprägen, zeigen wenig Wirkung.
10. Vergessen zeigt sich bei Leny in verschiedenen Bereichen, besonders im Wohnen und in der Schule, bezogen auf Übergänge, Handlungen, Informationen und Material. Leny selbst beschreibt Vergessen vor allem bei Alltagshandlungen und Material. In der Therapie ist Vergessen kaum Thema und zeigt sich nur beim Übergang in die Therapie.
11. Vergessen zeigt sich bei Leny stärker, wenn er emotional belastet oder müde ist und wenn viel los ist.
12. Leny kann sich Dinge besser merken, wenn sie für ihn wichtig oder interessant sind.
13. Vergessen, Orientierung, Ausweichen und emotionale Belastung zeigen sich bei Leny nicht durchgehend gleich, sondern je nach Situation unterschiedlich stark.
14. Interesse, Vertrautheit und konkrete Handlungen helfen Leny in mehreren Themen. Dann wirkt er präsenter, merkt sich mehr und ist orientierter.