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Arbeit mit Tätern häuslicher Gewalt zum Thema „Väterverantwortung“
397
auf das Kind, Entlastung des Kindes von Schuld und Verantwortung für
Gewalt und/oder Trennung, Wertschätzung gegenüber der Mutter und der
Kind/Mutter-Beziehung beinhaltet.
ȡ Vor- und Nachbereitung von Begleitetem Umgang bzw. wieder einsetzendem Umgang nach Trennung. Vorbereitung durch Kontaktaufnahme und
Gespräch mit dem Kind im Rollenspiel.
ȡ Nachbesprechung/ Bilanz in der Gruppe: Welche Botschaften konnte ich
vermitteln, wie sind sie aufgenommen worden? Welche wurden nicht verstanden? Wo war ich entlastend und wo eher belastend? Wie habe ich das
Kind wahrgenomme? Wie hat es mich wohl erlebt?
Veränderte Haltung des Vaters beim Umgang
Im Folgenden werden einige Kriterien eines veränderten Verhaltens von Vätern bei wieder einsetzendem Zusammentreffen mit den eigenen Kindern
etwa im Rahmen eines Begleiteten Umgangs beschrieben. Diese Merkmale
sind das Ergebnis einer Facharbeitsgruppe zum Sorge- und Umgangsgerecht
im Rahmen des Münchner Runden Tisches (Hanke/Fließ 2002):
Grundvoraussetzung für den Umgang mit dem Kind ist, dass der Vater
jegliche Bedrohung oder Einschüchterung von Mutter und Kind unterlässt.
Er sichert das auch dem Kind explizit zu. Er akzeptiert, dass das Kind ihm
die Adresse seiner aktuellen Wohnung nicht bekannt gibt. Er erscheint nicht
unverabredet in der Schule und im Kindergarten.
Darüber hinaus gibt es weitere Erwartungen an das Verhalten des Vaters
und seine Haltung, mit der er auf das Kind zugeht:
1. Der Vater soll mit dem Kind über die erlebte oder miterlebte Gewalt sprechen. Er hört zu, wenn es über seine eigene Wahrnehmung berichtet. Er signalisiert, dass damit das Familiengeheimnis aufgelöst ist. Das Kind muss nicht
mehr schweigen und stillhalten und seine Realität nicht mehr verleugnen.
2. Er übernimmt die Verantwortung für sein gewalttätiges Verhalten und
entlastet das Kind damit von Schuldgefühlen, wie:“ Alles ist passiert, weil ich
zu laut war“ oder „ Ich habe der Mama nicht geholfen“.
3. Aufwertung, mindestens Akzeptanz der Mutter vor dem Kind, keine Abwertung, denn in Misshandlungssituationen kommt es immer wieder vor den
Kindern zu massiven Abwertungen auch verbal der Frauen als Ehefrau
und Mutter.
4. Das Kind soll wieder die Kinderrolle übernehmen können. Kinder in Familien, in denen der Vater gewalttätig ist, tragen zu früh, zu viel und unangemessene Verantwortung in der Familie. Droht der Vater, die Mutter zu
verletzen, ihr zu schaden oder etwa sich selbst umzubringen, drängt er das
Kind in eine Verantwortungsrolle im Familiensystem.