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Die Folgen für die Kinder als Thema in der Täterarbeit
etwa 15 Selbsthilfegruppen zum Austausch über die eigene männliche Identität. Grob skizziert vollzog sich die konzeptionelle Entwicklung und institutionelle Verortung der Täterprogramme gegen Partnerschaftsgewalt in drei
Phasen:
(1) Aufbruchsituation: Das Konzept von Männer gegen Männergewalt® (z.B.
Lempert/Oelemann 1998), das Freiwilligkeit und Vertraulichkeit in der Beratung zwingend voraussetzt, wurde im MIM weiterentwickelt und um klare
Vereinbahrungen, Kontrollmechanismen und konfrontative Elemente in der
Gesprächsführung ergänzt. Einzelberatungen, die Männer auf eine Gruppenteilnahme vorbereiten sollten, wurden ausgebaut und erste schriftliche Vereinbarungen regelten die Rahmenbedingungen der Teilnahme. Grundlage für
die praktische Umsetzung der Gruppenarbeit war das Second-Step-Program
des Pittsburgh Mens Collective (Russell/Hollahan 1979), eine strukturierte
Handlungsanleitung für die Gruppenarbeit mit gewalttätigen Männern. Die
Männer kamen in dieser Phase hauptsächlich über Mundpropaganda und
Anzeigen in Stadtmagazinen.
(2) Kooperation und Vernetzung: Mit dem Umzug in größere Räumlichkeiten
1993 setzte sich eine Institutionalisierung und Vernetzung des MIM mit anderen Fachstellen fort. Beleg dafür ist der beständig hohe Anteil von Überweisungen anderer Beratungsstellen von 60-70% seit Mitte der neunziger Jahre.
Ebenso stieg der Anteil der Männer, die im Erstgespräch ausgeübte Gewalt
als Thema angaben, in den Jahren 1993-1998 von 20% auf knapp 50% an. Besonders hervorzuheben ist an dieser Stelle die gewachsene Kooperation mit
der Frauenhilfe München, die ein Frauenhaus und eine ambulante Beratungsstelle unterhält. Regelmäßige Treffen mit den Mitarbeiterinnen der Frauenhilfe München ermöglichten eine konstruktive Auseinandersetzung und gaben
wertvolle Impulse für die weitere Konzeptentwicklung. Die Institutionalisierung der Täterarbeit bedeutete auch eine zunehmende Beratung unter dem
Druck und den Bedingungen der Strafverfolgung, etwa durch strukturierte
Kooperationsvereinbarungen mit der Brücke e.V., Fachstelle für Täter-OpferAusgleich und mit einzelnen Justizvollzugsanstalten (JVA Landsberg, JVA
Niederschönenfeld).
(3) Von der Freiwilligkeit zur Auflage: Der Trend zur Beratung unter institutionellen und gerichtlichen Auflagen wurde auch durch die Entwicklung
weiterer gewaltzentrierter Gruppenprogramme für andere Zielgruppen unterstützt. Im Jahr 1996 startete im MIM das erste Sexualstraftäterprogramm
gegen sexuelle Kindesmisshandlung in Kooperation mit dem Kinderschutzzentrum München nach einem Konzept von Ruud Bullens (NL) und Hillary Eldridge (GB) (Kirchmann/Osten 2002). Mit dem Anti-Aggressivitäts-Training®
(AAT) werden seit 1999 gezielt männliche Jugendliche und junge Erwachsene
angesprochen, die in der Gefahr stehen, einen eingeschlagenen antisozialen
Entwicklungsweg fortzusetzen (Liel 2000). Diese jungen Männer bringen ein
vergleichsweise hohes Risiko mit, auch gegen die Partnerin gewalttätig zu
werden, konnten aber in das bisherige Täterprogramm gegen Partnerschafts-