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Partnergewalt und Beeinträchtigungen kindlicher Entwicklung
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einsetzen können, sondern auch zu einer erhöhten Anfälligkeit für physische
und psychische Erkrankungen beitragen. Es ist zudem wahrscheinlich, dass
bei einem Teil der Kinder nach miterlebter Partnergewalt besondere Formen
der Gedächtnisverarbeitung solcher Erinnerungen, die für traumatische Erinnerungen typisch zu sein scheinen, in Aufnahmen des Gehirns nachgewiesen werden können. Es wird spekuliert, dass diese Art der Gedächtnisverarbeitung für den Zusammenhang zwischen traumatischen Erfahrungen und
posttraumatischen Symptomen (z.B. ungewolltes Wiedererleben belastender Erfahrungen) verantwortlich sein könnte. Insgesamt ist die Rolle biologischer Prozesse als Vermittlungsmechanismus gegenwärtig noch mit vielen
Spekulationen und wenig gesicherten Erkenntnissen behaftet. Jedoch könnte
sich dies in Zukunft ändern. Die ersten vorliegenden Befunde zu nicht nur
kurzzeitigen physiologischen Veränderungen bei Kindern nach miterlebter
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Anliegen einer größeren Aufmerksamkeit für betroffene Kinder zusätzliche
Glaubwürdigkeit verleihen.
Das Ausüben von Partnergewalt kann auf mehrere Weisen mit bedeutsamen Einschränkungen der Erziehungsfähigkeit in Zusammenhang stehen.
Zunächst bestätigen mehr als ein Dutzend Studien ein erhöhtes Risiko für
Kindesmisshandlungen bei Elternteilen, die gegen den Partner Gewalt anwenden (für eine Forschungsübersicht siehe Appel & Holden 1998). Weiterhin
zeigen mehrere Untersuchungen, dass sich Väter (Mütter wurden in diesem
Bereich noch nicht untersucht), die gegenüber der Partnerin Gewalt ausüben,
vielfach durch eine ausgeprägte Selbstbezogenheit, geringe erzieherische
Konstanz oder übermäßig autoritäre Erziehungsvorstellungen auszeichnen,
wodurch eine positive Erziehung und Beziehungsgestaltung sehr erschwert
wird (für eine Forschungsübersicht siehe Kindler & Werner 2005). Schließlich
finden sich Beeinträchtigungen auch im Bereich der Bindungstoleranz, d.h. in
der Partnerschaft Gewalt ausübende Väter scheinen nur schlecht in der Lage,
Wertschätzung im Hinblick auf die Beziehung des Kindes zur Mutter vermitteln zu können (für eine Forschungsübersicht siehe Bancroft & Silverman
2002). Befunde zu Einschränkungen der Erziehungsfähigkeit bei Elternteilen,
die Partnergewalt ausüben, haben eine hohe Praxisrelevanz, deuten sie doch
darauf hin, dass es eine ganze Reihe an Fällen gibt, in denen eine Beendigung
der Partnergewalt (z.B. durch eine Trennung der Eltern und einen nachfolgend eingerichteten Umgangskontakt) zum Schutz beteiligter Kinder nicht
ausreichend ist. Vielmehr ist in diesen Fällen eine genauere Analyse der Erziehungsfähigkeiten des zuvor Gewalt ausübenden Elternteils erforderlich
um angemessene Hilfen bzw. Schutzmaßnahmen einleiten zu können.
Zu Auswirkungen erfahrener Partnergewalt auf das Fürsorge- und Erziehungsverhalten von Müttern liegen mittlerweile mehr als 15 Studien vor (für
eine Forschungsübersicht siehe Kindler 2002), von denen einige eine mögliche Vermittlungswirkung für den Zusammenhang zwischen Partnergewalt
und kindlicher Entwicklung auch direkt geprüft haben (z.B. Levendosky et