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Hochuli Freund
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31.7.17 S. 279
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Autonomieförderung durch systemische Fallbearbeitung
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Beim dritten Gespräch mit Frau G., ebenfalls im April, zeige und erläutere
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ich ihr die Einordnung (siehe Abb. 21). Dabei werden nach Geiser Zusammenhänge zwischen den unterschiedlichen Ausstattungsdimensionen ausgearbeitet (vgl. ebd.:136–149).
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- hat eine grosse Bedürftigkeit, sucht Bestätigung,
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- Familie und Zusammenhalt sind wichtig
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- angebotene Hilfe wird angenomme n
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- ein Zuhause hat sauber zu sein
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- anderen behilflich zu sein, tut mir gut
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- andere sind hilfsbedürftig
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- die Bedürfnisse anderer kommen vor den eigenen
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- Ungerechtigkeiten müssen bekämpft werden
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- Schwierigkeit mit Kritik und Konflikten umzugehen
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- Vorstellung eines selbstbestimmten Lebens
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- kann nach Unterstützung fragen
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- hat Ideen, wie eine Situation verändert werden kann
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Anerkennung, Zuwendung
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- Unsicherheit bezüglich der eigenen Person: wer
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bin ich, wer will ich sein
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- hat immer wieder Kontakt zu Alkoholikern
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- Bezugnahme auf Ratschläge von anderen, z.B.
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Kinder, Professionelle
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- weiss, dass Alkohol einen Menschen verändert
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- ist anderen gerne behilflich
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- ist traurig
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- sorgt sich um ihren Mann
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- macht sich Gedanken um chronische
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Rückenschmerzen
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E/M
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- darf nicht mehr Auto fahren
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- mit den Hunden spazieren
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- lesen, malen, stricken
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- ist anderen häufig behilflich, für
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andere da
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- kurze Konzentrationsfähigkeit
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- Müdigkeit
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- Medikamenteneinnahme
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- Vergesslichkeit
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- chronische Rückenschmerzen
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- psychische Beeinträchtigung
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- ist sehr freundlich und
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A
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R
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Ui
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kommunikativ
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- wertet sich selber ab
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- „kommentiert alles“
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- emotional schnell überflutet,
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überfordert
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- ist herzlich, beschützend,
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behütend gegenüber anderen
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- weiblich
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- 55 Jahre alt
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- körperliche Einschränkung durch
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- IV-Rente, Ergänzungsleistungen,
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-
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-
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Ehegattenunterstützung
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keine Ausbildung absolviert
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war Hausfrau und Mutter
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hilft vielen Leuten in ihrem Umfeld: in der
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Kirche, Schwiegermutter, Ehemann,
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Kolleginnen, z.B. Einkaufen, Kochen, Putzen,
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Transporte
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Einkommen wird durch Sozialarbeiterin
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verwaltet
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hat 4 Kinder, 1 Enkelkind, Ehemann,
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Schwiegermutter, vereinzelt Kolleginnen
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reformiert
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Übergewicht und Rückenschmerzen
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Ue
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- mentale/körperliche Müdigkeit
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- psychische Einschränkung durch
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Depression
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Mitgliedschaften:
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- Ehefrau – Ehemann: Abhängigkeit, ambivalent
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- Mutter – Kinder: positiv, einengend
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- Patientin – Hausärztin: positiv
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- Klientin – Psychologe: neutral
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Abb. 21: Situation von Frau G. gemäss systemischer Denkfigur nach Geiser
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Bei diesem Gespräch gibt Frau G. beim Betrachten der SDF zu bedenken,
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dass sie nicht viele Mitgliedschaften oder Beziehungen habe. Ich stimme ihr
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zu und teile ihr meinen Eindruck mit, dass offenbar keine Beziehung – wie
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etwa eine gute Freundschaft –ausserhalb von Familie und professionellem
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Hilfesystem existiere. Sie sagt dazu, sie habe zwar Kolleginnen, aber diese
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Beziehungen seien eher oberflächlich und einseitig. Meist sei sie diejenige,
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die in Beziehungen investiere, indem sie anderen behilflich sei oder jemandem in schwierigen Situationen zur Seite stehe. Mit der Einordnung in der
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SDF fällt auf, dass sie viele Menschen um sich hat, die alkoholkrank sind:
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ihr Mann, viele ihrer Kolleginnen, ihr Vater früher. Nach eigener Aussage
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