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Hochuli Freund
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31.7.17 S. 51
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Denken und Handeln
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Eine transdisziplinäre Auseinandersetzung mit
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dem Konzept Kooperative Prozessgestaltung
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Ursula Hochuli Freund
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Das Konzept Kooperative Prozessgestaltung (KPG) will einen Orientierungsrahmen zur Strukturierung des professionellen Handelns in der Sozialen
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Arbeit bieten. Dabei wird postuliert, dass professionelles Handeln in Phasen
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des Denkens eingebettet ist. Dem Handeln soll ein vorausschauendes Denken
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vorangehen und eine nachträgliche Reflexion folgen. Als Ko-Autorin des Konzepts KPG will ich diesen Anspruch im Folgenden kritisch hinterfragen.
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Professionalität zeigt sich darin, dass Denken und Handeln in irgendeiner
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Weise miteinander verbunden, ineinander verzahnt sind. Jede ›berufliche Methodenlehre‹ müsse nicht nur Ziel-Mittel-Technologien enthalten – d. h. Interventionsmethoden, um zielgerichtet Veränderungen zu befördern –, sondern
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auch »Denkmethoden zur Organisation und Ordnung der eigenen Denkprozesse vor dem Handeln, während des Handelns und nach dem Handeln«, hat Possehl (2002:4) festgehalten. Mich interessiert, wie der Zusammenhang von Denken und Handeln in anderen Entwürfen für professionelles Handeln konzipiert
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ist: Wird ein Nachdenken vor dem Handeln – während des Handelns – oder
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nach dem Handeln postuliert? Für diese Reflexion der Methodik KPG möchte
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ich drei Konzepte aus Nachbarsdisziplinen der Sozialen Arbeit nutzen, die das
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Verhältnis von Denken und Handeln je unterschiedlich fassen. Dies sind einerseits zwei kontroverse kognitionspsychologische Zugänge, das Konzept intuitiver Intelligenz von Gigerenzer sowie das Postulat ›langsamen Denkens‹ von
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Kahneman und andererseits die Praxis-Epistemologie ›reflection-in-action‹ von
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Schön.
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Vorausschauendes Denken und Planen –
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Intuition – nachträgliche Reflexion: Zur Auswahl
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der Vergleichskonzepte
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Professionelles Handeln basiert auf Denkprozessen. Das Konzept KPG will eine
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bewusste, reflektierte Gestaltung des professionellen Handelns ermöglichen und
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nutzt als Strukturierungshilfe für das Denken und Handeln von Professionellen
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ein Prozessgestaltungsmodell (vgl. Hochuli Freund/Stotz 2015:136). Das Modell verdeutlicht, dass es zunächst darum geht, die Komplexität von Lebenssi51
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