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Komplexität erweitert und anschließend reduziert (vgl. z. B. Schrapper
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2008:199, Kap. 9.1).
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Des Weiteren können Methoden nach dem Anwendungsbereich in der
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Profession oder der Disziplin eingeordnet werden: Neben
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Diagnosemethoden für die fallbezogene Arbeit der Professionellen, die
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Antworten ermöglichen wollen auf die Frage, was aus professioneller Sicht
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in einem Fall zu tun ist, gibt es wissenschaftliche Forschungsmethoden zu
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Diagnose, die darauf abzielen, allgemeines Wissen zu generieren. Darüber
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hinaus zielt die Auseinandersetzung mit Methoden Sozialer Diagnostik auch
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darauf ab, dass Fachkräfte ein ›sozialdiagnostisches
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Selbstverständnis‹ (Hochuli Freund/Weber 2020:38) entwickeln, bei dem –
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unabhängig von Methoden – eine Haltung von ›versuchen zu verstehen‹
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habitualisiert ist ( Abb. 6, Kap. 7.4.1).
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10.2
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Theoriegeleitetes Fallverstehen
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Die Diagnosemethode des theoriegeleiteten Fallverstehens ermöglicht die
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Erhellung einer Fallthematik vor dem Hintergrund fallspezifisch
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ausgewählter Theorien oder Forschungsergebnisse. Nach der Verortung der
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Methode im Fachdiskurs wird das methodische Vorgehen detailliert
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dargelegt, sodass die Ausführungen als Anleitung dienen können, und
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anschließend anhand eines Beispiels illustriert.
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10.2.1 Beizug von Theoriewissen in verschiedenen Konzepten
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Verbindungen herzustellen zwischen einem Fall und Theorien und den Fall
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auf Grund theoretischen Wissens besser verstehen zu können, gilt als
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Kernmerkmal von Professionskompetenz in der Sozialen Arbeit. Dewe et al.
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bezeichnen Professionalität als »Strukturort der Relationierung von Theorie
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und Praxis im Kontext dialogischer Prozesse« (2001:16).
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Zunächst ist die sog. Theorie-Praxis-Transformation eine allgemeine,
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grundsätzliche Aufgabe und Herausforderung in der Sozialen Arbeit, die
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sich als Disziplin und Profession versteht ( Kap. 2.1.3). Die Aufgabe, diese
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Verbindungen herzustellen, stellt sich auch in der Fallarbeit und
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konkretisiert sich hier. Wie unter Kapitel 10.1 erwähnt ( Kap. 10.1), hat
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bereits Salomon (1926) die Deutung der gesammelten Daten unter
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Rückgriff auf wissenschaftliche Erkenntnisse als entscheidende Aufgabe von
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Diagnosen bezeichnet, und auch Bang (1964) hat darauf hingewiesen (
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Kap. 5.1.4). In den aktuellen Methoden, Methodiken und Theorien wird
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diese Aufgabe unterschiedlich akzentuiert, und sie wird noch selten
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methodisch aufgeschlüsselt. Im Folgenden soll skizziert werden, wie der
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Beizug von Theoriewissen bei verschiedenen wichtigen Autorinnen in der
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Sozialen Arbeit methodisiert wird.
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Eine hohe Bedeutung wird dem Theoriewissen bei Staub-Bernasconi
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zugewiesen. Im Kapitel zur Analyse habe wir ihre Methode der Problemund Ressourcenanalyse – welche ein wichtiger Bestandteil ihrer
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Handlungstheorie der Sozialen Arbeit darstellt – kurz erläutert (
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Kap. 9.7.1). Die von ihr entwickelten komplexen ›Erkundungskarten‹ für die
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