Generated pages/ subfolders for all documents: - arbeit: 386 pages - praxis: 297 pages - EPG: 11 pages Page numbers are 0-based PDF indices matching the book viewer. Extracted using pdftotext.
51 lines
2.8 KiB
Markdown
51 lines
2.8 KiB
Markdown
werden können – sofern diese in einem politischen Entscheidungsprozess
|
||
als zu lösende Probleme anerkannt und die entsprechenden rechtlichen
|
||
und materiellen Grundlagen vorhanden sind,
|
||
• Bearbeitung von Problemen eines Gemeinwesens, ohne dass Betroffene
|
||
um Hilfe ersucht hätten (u. a. auch Prävention und rechtspflegerische
|
||
Kontrollaufgaben),
|
||
• Verbesserung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen (u. a. durch
|
||
Gemeinwesenarbeit).
|
||
|
||
2.1.2
|
||
|
||
Soziale Arbeit als neuer Leitbegriff
|
||
|
||
Bis gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurde an der Unterscheidung
|
||
zwischen Sozialarbeit und Sozialpädagogik festgehalten, gleichzeitig wurde
|
||
sie zunehmend hinterfragt. So bezeichnete Pfaffenberger bereits 1966 die
|
||
Zweiteilung als historisch zufällig und überholt und skizzierte
|
||
demgegenüber die Soziale Arbeit als »einheitliches Funktionssystem
|
||
gesellschaftlicher Hilfen« (zit. in Chassé/von Wensierski 2004a:7).
|
||
Zahlreiche Publikationen befassten sich in den darauffolgenden Jahrzehnten
|
||
mit der Angemessenheit bzw. Überholtheit dieser Unterscheidung (vgl. u. a.
|
||
Merten 1998, 2002, 2013; Mühlum 2001; Niemeyer 2012; Thiersch 2002).
|
||
Merten (2013:762) verweist darauf, dass es nach wie vor keine allgemein
|
||
geteilte Begriffsbestimmung gibt, was unter Sozialer Arbeit bzw.
|
||
Sozialarbeit und Sozialpädagogik inhaltlich verstanden wird. Er
|
||
unterscheidet analytisch insbesondere zwei kategorial verschiedene
|
||
Positionen:
|
||
• Differenzansatz: Aus den je unterschiedlichen historischen Ursprüngen
|
||
leiten sich auch sachlogische Differenzen zwischen Sozialarbeit und
|
||
Sozialpädagogik ab, die bis heute relevant sind. In der theoretischen
|
||
Diskussion ist die sog. Sozialarbeitswissenschaft hier zu verorten – z. B.
|
||
Mühlum 2004, Staub-Bernasconi 2007a –, welche die Differenz gegenüber
|
||
der erziehungswissenschaftlich geprägten und zu verortenden
|
||
Sozialpädagogik betont und einen Anspruch als Grundlagentheorie der
|
||
Sozialen Arbeit erhebt.
|
||
• Identitätsansatz: Trotz der differenten Wurzeln hat sich bis heute eine so
|
||
starke Annäherung sowohl der theoretischen Reflexion als auch der
|
||
Praxisfelder vollzogen, dass empirisch keine Unterschiede mehr
|
||
festzustellen sind. Thole (2012a:20) beispielsweise argumentiert, dass
|
||
die beiden Begriffe Sozialarbeit und Sozialpädagogik heute keine
|
||
verschiedenen wissenschaftlichen Fächer mehr kodieren, und auch keine
|
||
voneinander klar abgrenzbare Praxisfelder, und schließlich auch keine
|
||
klar unterschiedlichen Ausbildungswege und -inhalte mehr. In ähnlichem
|
||
Sinne resümiert Niemeyer (2012:147), es stehe zunehmend in Frage, ob
|
||
es noch Sinn mache, zwischen Sozialarbeit und Sozialpädagogik nach
|
||
Maßgabe angeblich unterschiedlicher Objektbereiche trennen zu wollen,
|
||
und er konstatiert, das terminologische Problem sinke zu einem
|
||
Scheinthema herab.
|
||
Die aktuellen Handbücher und Wörterbücher nehmen fast alle den neuen
|
||
Leitbegriff im Titel auf: ›Glossar zur Sozialen Arbeit‹ (FHA 2005),
|