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Konsequenzen und Perspektiven
Ein neuer Bereich ist die Entwicklung von praxisorientierten Risiko- und Gefährdungsanalysen bei häuslicher Gewalt; hier geht es darum, ein System zu
entwickeln, um Gefahrensituationen für von häuslicher Gewalt betroffene
Frauen und ihre Kinder realitätsgerechter einschätzen zu können, insbesondere für Polizei, Justiz und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe eine
wichtige Aufgabe. Hier könnten Routineverfahren durch Fachleute des jeweiligen Berufsbereichs unter Nutzung der Erkenntnisse aus anderen Bereichen
entwickelt werden. Aktuell gibt es hier erste Ansätze aus dem polizeilichen
Bereich: Anlässlich des 10. Deutschen Präventionstages im Juni 2005 in Hannover wurden von der Polizei Modelle der polizeilichen Gefährderansprache
im Bereich der häuslichen Gewalt vorgestellt. Dieses Konzept, das in BadenWürttemberg entwickelt wurde, soll auf der Konferenz der Innenminister
und -senatoren der Länder (IMK) diskutiert werden und wird auch in der
Bund-Länder-Arbeitsgruppe Häusliche Gewalt vorgestellt und besprochen
werden.
Die Bekämpfung von häuslicher Gewalt wird durch ein verstärktes Engagement der Jugendpolitik und der Expertinnen und Experten aus der Kinderund Jugendarbeit entscheidend intensiviert werden können. Je früher altersgerechte Präventionsangebote gemacht werden können, je früher interveniert
werden kann, je früher passgenaue Hilfen erreichbar sind, desto größer sind
die Chancen dafür, dass Frauen und Kinder möglichst wenige langfristige
Schäden davon tragen und möglichst bald ein gewaltfreies Leben führen können. Alle gesellschaftlichen Kräfte müssen hier kontinuierlich und hartnäckig
dafür einstehen, die verfassungsrechtliche Garantie eines Lebens frei von körperlicher und seelischer Gewalt für alle auch in der Praxis einzulösen.