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Beratung von Müttern im Kontext einer mädchenspezifischen Krisenintervention
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die Versuche der Mutter, mit einem neuen Partner neue Beziehungsmuster zu leben, scheitern und die Männer sich wieder als manchmal mehr, manchmal weniger gewalttätig entpuppen, bedeutet eine Gefährdung des Kindeswohls auf jeder Ebene: ȡ Unter diesen Umständen kann es zum Teil nur eine Frage der Zeit sein, wann sich die Gewalt des neuen Partners auch unmittelbar gegen die Kinder richtet. ȡ Das Miterleben der häuslichen Gewalt kann ebenfalls eine traumatisierende Misshandlung bedeuten (siehe Strasser in diesem Band). ȡ Die Grenze der Tochter, Handlungen als gewaltförmig zu definieren hat sich so abgesenkt, dass sie selbst zu Gewalttätigkeiten neigt und es als positiv darstellt, keinen Schmerz zu empfinden und ihn dementsprechend auch nicht zu fürchten. ȡ Die Tochter hat keine Chance eine positive weibliche Identität zu entwickeln, weil sie Weiblichkeit, Frau-Sein immer mit potentieller Opferschaft verbindet. ȡ Sie kann Beziehungen nur unter der Maßgabe, wer ist hier das Opfer, wer ist die, die alles unter Kontrolle hat, d.h. notfalls auch Gewalt ausübt, konstellieren. Unter dieser Voraussetzung ist es wichtig, auf jeden Fall die Mutter zunächst ohne ihren Partner einzuladen, auch wenn dieser aus einem Kontrollbedürfnis heraus auf eine Teilnahme besteht. Ihm sollte ebenfalls ein eigener Termin angeboten werden. Wenn die Mutter sich als zu gefährdet einschätzt, kann dieser Termin auch heimlich ausgemacht werden. Wir haben erlebt, dass dieses Vorgehen einigen MitarbeiterInnen der Jugendämter oft schwer zu vermitteln ist. Dies hat mehrere Gründe: Zum einen widerspricht es völlig dem Gebot der Offenheit und scheint eine Parteinahme vorwegzunehmen, die grundsätzlich abgelehnt wird. Zum anderen gilt es ja als besonders wichtig und notwendig, den Vater oder den Lebenspartner zu gewinnen. Unserer Erfahrung nach ist es vor dem Hintergrund drohender Gewalt gegen die Mutter und auch der Tochter nicht möglich, in einen offenen, lösungsorientierten Prozess zu gehen. Von daher ist es dringend notwendig der Mutter in einem Einzelgespräch die Möglichkeiten der Unterstützung aufzuzeigen. Auch wenn sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht in der Lage sein sollte, für sich selbst Hilfe in Anspruch zu nehmen, kann sie in der Regel im Einzelgespräch besser ihre Lebensumstände und ihr Verhältnis zur Tochter artikulieren. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es ihre Offenheit bereits hemmt, wenn der Partner von dem Termin weiß und danach fragen wird, was gewesen ist. Im Gespräch mit der Mutter muss sich zunächst ein genaues Bild davon gemacht werden, an welchem Punkt der Auseinandersetzung sie sowohl mit dem Partner als auch mit der Tochter gerade ist.