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Unterstützung für Mädchen und Jungen bei häuslicher Gewalt
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Gefühle zeigt, Gedanken äußert und Worte gebraucht, die gehört werden und
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ernst genommen werden müssen. Die Kinder bedürfen der Unterstützung,
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ihre Lebenssituation zu verstehen, und benötigen Raum, gefühlsmäßig auf
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diese Lebenssituation zu reagieren. Die Kinder erhalten auch die Möglichkeit,
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sich mit ihren unterschiedlichen verbotenen und widersprüchlichen Gefühlen
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gegenüber den Elternteilen zu beschäftigen. Die Kinder, die zeigen möchten,
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dass sie auch einen guten und lieben Vater haben, haben die Möglichkeit, ihre
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Gefühle der Zuneigung gegenüber dem Vater zu bejahen, ohne dabei sein gewalttätiges Verhalten akzeptieren zu müssen. Dem Kind wird ermöglicht, den
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für die Gewalt Verantwortlichen zu erkennen und zu benennen. Es wird dabei
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unterstützt, Abstand von der gesehenen und gehörten Gewalt zu nehmen.
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Die meisten Kinder berichten, dass sie meinen, schuld daran zu sein, dass
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die Mutter geschlagen wurde, dass es eigentlich ihr Fehler war. Kindern, vor
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allem Jungen, fällt es schwer, den Vater als schlechten Vater zu sehen. Sie
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möchten ein idealisiertes Bild des Vaters bewahren. Für Jungen ist es oftmals
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leichter, die Mutter oder sich selbst als Ursache für die Gewalt zu sehen als die
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Verantwortung beim Vater zu erkennen.
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Der sechsjährige Mikael kam gemeinsam mit seiner Mutter zu unserer Beratungsstelle. Die Mutter war lange Zeit Opfer von Misshandlungen gewesen. Die
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letzten Misshandlungen waren so schwer, dass sie und Mikael in ein Frauenhaus
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flohen. Während unseres Gesprächs mit der Mutter nickt Mikael zustimmend auf die
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Frage, ob er gesehen habe, wie der Vater die Mutter geschlagen hat. Als er bei unseren
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individuellen Sitzungen mit den bezeugten Misshandlungen konfrontiert wird, erzählt Mikael alsdann, dass sein Vater der Mutter nichts Böses getan habe. Zu einem
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späteren Zeitpunkt der Therapie berichtet er davon, wie der Vater schwierige Situationen durch Brüllen meistere und dass er stärker sei als alle anderen. Er meint, dass
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die Mutter dumm sei und dass sie den Vater ins Gefängnis bringen wolle. „Papa ist
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jetzt lieb“. „Niemand mag Mama“. Er beschreibt, wie schwach seine Mutter ist, „sie
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heult wie ein Baby“. In den Therapiesitzungen der folgenden Monate weist Mikael
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mich entschieden zurück, sobald ich versuche, zu seinen Gedanken und Äußerungen
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über Mutter und Vater vorzudringen. Während des Spielens im Sandkasten akzeptiert er hingegen, dass ich mich an den immer wiederkehrenden Themen beteilige: Ein
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Mädchen sitzt alleine im Sandkasten. Sie wird geschlagen und ihr Leben wird von
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gefährlichen Tieren bedroht. Nirgends ist jemand, der ihr helfen kann. Die Menschen,
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die gelegentlich auftauchen, sehen nicht, dass sie in Gefahr ist und Hilfe benötigt.
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Allmählich verändert sich das Spiel: Das Mädchen, das im Spiel bedroht wird, erhält
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nach und nach Hilfe. Mikael nimmt nun auch meinen Kommentar „das ist beinah wie
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bei dir und deiner Mama, ihr bekommt jetzt auch Hilfe“ wahr. Dies geschieht gleichzeitig mit Mikaels sicherer werdendem Umgang mit seiner Mutter und der gemeinsamen äußeren Situation. Er erzählt der Mutter, dass er Angst hatte, dass sie sterben
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würde. Gegen Ende unseres Kontaktes kann Mikael detaillierter von den Übergriffen
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des Vaters auf die Mutter berichten. Er meint, dass es sein Fehler gewesen wäre, wenn
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seine Mutter gestorben wäre. Es ist nun möglich, darüber zu sprechen, dass der Vater
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und nicht Mikael die Mutter geschlagen und misshandelt hat. Gemeinsam können wir
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