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Herausforderungen an die soziale und pädagogische Arbeit
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Muster, die die Unterdrückung der Frau auf einer allgemeineren Ebene spiegeln, wurden
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ausgeblendet und konnten auf diese Weise keine Irritationen auslösen“ (Goodrich/ Rampage/ Ellman/ Halstead 1991: 13).
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Umgekehrt, d.h. auf die parteiliche Arbeit mit misshandelten Frauen geschaut,
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kann allerdings durch die Einführung systemischer Ansätze das über lange
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Zeit ausschließlich vorherrschende Opfer-Täter-Modell verändert und erweitert werden. Es wird dann ermöglicht, Situationen und Rollen nicht mehr als
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festgeschriebene oder schicksalhaft zu begreifen, sondern als gesellschaftliche
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Konstruktionen, die es zu hinterfragen gilt.
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„’Doing gender’ als sozialkonstruktivistisches Konzept zu akzeptieren, bedeutet also sich
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ȱȱȱ£ȱǰȱȱȱȱȱûȱ£ęȱhaltensrepertoire gibt, das unabhängig von Zeit und Raum konstant bleibt. ‚Doing gender’
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heißt, dass Männer und Frauen in Abgleichung mit dem sozialen Kontext ihr Geschlecht
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durch ihr Verhalten herstellen, das Geschlecht etwas ist, was man tut, darstellt, fühlt und
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ȱȱȱ ǰȱ ȱȱȱȱȱȱãĞȱȃȱ
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ǻĝȱŘŖŖŚDZȱŘŚǼǯȱ
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Das bedeutet, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen und
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für Veränderungen der eigenen Situation einzutreten. So können misshandelte Frauen nicht nur als Opfer von Männergewalt betrachtet werden, sondern
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als Menschen, die ein großes Potential für Entwicklung in sich tragen und verantwortlich sind für selbst ausgeübte Gewalt, z.B. gegenüber ihren Kindern.
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Zunächst muss jedoch, wenn es um häusliche Gewalt bzw. um jede Form
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von Gewaltausübung geht, eine eindeutige Parteilichkeit für das Opfer eingenommen werden. Opfer und Täter müssen klar benannt und die Verantwortlichkeit für die Tat(en) eindeutig zugeordnet werden. Das Opfer bzw. die
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Opfer müssen geschützt werden, Unterstützung und Bestärkung erfahren bei
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gleichzeitiger Konfrontation bzw. Sanktion des Täters für sein Handeln. An
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dieser Stelle kommen meines Erachtens der parteiliche und der systemische
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Ansatz zusammen: Erst durch eine parteiliche Unterstützung und Stärkung
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der gewaltbetroffenen Frauen und Kinder, durch eine Beendigung der Gewalt
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sowie die Verantwortungsübernahme des Mannes für sein gewalttätiges Handeln gegenüber Frauen und Kindern16, kann möglicherweise eine wirkliche
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Macht- und Rechtebalance zwischen den betroffenen Familienmitgliedern
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hergestellt werden und ein neues Beziehungsverhältnis entstehen. Will das
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Paar weiter zusammenleben, kann nachfolgend ggf. systemisch weitergearbeitet werden im Sinne von: Was braucht jedes einzelne Familienmitglied für
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die eigene Zufriedenheit, für die Erfüllung seiner Bedürfnisse? Wie kann die
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Möglichkeit wahrscheinlicher gemacht oder gar sichergestellt werden, dass es
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nicht zu neuer Gewaltausübung kommt? Ist das in diesem System überhaupt
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16 In anderen Konstrukten wird auch als „systemisch“ die ausschließliche Arbeit mit der misshandelten Frau, dem Kind/den Kindern und dem physisch abwesenden, unsichtbaren Mann bezeichnet, der dennoch durch seine Gewalttätigkeit und die daraus resultierenden Belastungen
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permanent im Mittelpunkt steht. Siehe Meja/Winkler-Thie in diesem Band.
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