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Erfahrungen mit der „Kinderverträglichkeit“ des österreichischen Gewaltschutzsystems
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in diesen Fällen dauert es erfahrungsgemäß länger bis das Gericht einen Beschluss fasst.
Erfahrungen mit dem Gesetz
Nach fast acht Jahren Erfahrung kann gesagt werden, dass sich das österreichische Gewaltschutzgesetz im Wesentlichen bewährt hat. Die Fakten zeigen
eindeutig, dass Gewalt in der Familie kein „geschlechtsneutrales“ Problem
ist: ca. 93% der von der Polizei an die Wiener Interventionsstelle zugewiesenen Opfer sind weiblichen Geschlechts, die Täter sind zu 95% männliche
Familienmitglieder (Wiener Interventionsstelle 2005).
Zwei bisher zum Gesetz durchgeführte Forschungsprojekte ergaben, dass
vor allem die Unterstützung durch die Interventionsstellen von den Opfern
als sehr positiv bewertet wird. Allerdings wird in der zweiten Studie auch
deutlich, dass Hilfe nicht nur kurzfristig erfolgen darf, sondern über einen
längeren Zeitraum und aktiv angeboten werden muss, sonst gelingt den Opfern nur schwer, sich aus der Gewaltbeziehung zu befreien (Dearing/Haller
2000, Haller u.a. 2002).
Die Zahl der Wegweisungen nimmt laufend zu, vor allem in Wien.82 Dies ist
nicht unbedingt auf einen Anstieg von Gewalt zurückzuführen, sondern liegt
vermutlich eher daran, dass die Polizei das Instrument der Wegweisung zu—Ž‘–Ž—ȱŠ— Ž—Žǯȱ˜—ȱŗşşŝȱȮȱŘŖŖŚȱ ž›Ž—ȱ’—ȱ[œŽ››Ž’Œ‘ȱŒŠǯȱŘŜǯȱŝŖŖȱސweisungen durchgeführt.83
Probleme bei der Umsetzung des Gewaltschutzgesetzes 84
Das größte Problem besteht im Bereich der Wiener Interventionsstelle darin, dass die Zahl der Zuweisungen durch die Polizei enorm angestiegen ist,
der Personalstand der Interventionsstelle aber aufgrund von fehlenden Ressourcen nicht entsprechend erhöht werden konnte, so dass eine Lücke in der
Unterstützung der Opfer entstand. Derzeit (August 2005) ist es nicht möglich, allen Opfern nach Wegweisungen Hilfe anzubieten. Ein weiteres großes
Problem besteht darin, dass die Interventionskette Lücken aufweist. Gut und
institutionalisiert ist die Kooperation zwischen Polizei, Interventionsstellen,
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764 Wegweisungen; ca. 40% aller polizeilichen Wegweisungen erfolgten im Jahr 2004 in Wien.
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84 Es ist nicht möglich, im Rahmen dieses Beitrages auf alle Stärken und Schwächen des Gewaltschutzgesetzes einzugehen; weitere Informationen können anderen Publikationen (Logar
2004) bzw. den laufenden Tätigkeitsberichten der Wiener Interventionsstelle entnommen werden
(www.interventionsstelle-wien.at).