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6.6 Prävention und Resilienzförderung
führungsgruppe: 14 Schulen mit 30 Klassen, Kontrollgruppe sieben Schulen mit 14
Klassen) über einen Zeitraum von drei Jahren eingesetzt und evaluiert. Nach
Cierpka (2003) ist die entsprechende Studie »im deutschsprachigen Raum die erste
kontrollierte Studie eines naturalistischen Ansatzes über mehrere Jahre zur Gewaltprävention« (ebd., S. 253). Die Ergebnisse der Langzeitstudie mit insgesamt vier
Messzeitpunkten zeigten, »dass bei FAUSTLOS Kindern die Ängstlichkeit (insbesondere vor einem Kontrollverlust in konflikthaften Situationen) und die Internalisierungstendenz (weniger Depressivitätsneigung) deutlich reduziert wurden«. Sowohl die Befragung der Eltern als auch der Kinder ergab »einen Kompetenzerwerb
für das bessere Durchstehen von spannungsreichen Konflikten« (ebd., S. 253). Die
Einschätzungen der CBCL(Arbeitsgruppe Deutsche Child Behavior Check List
1998a), die durch die Eltern ausgefüllt wurde, zeigen tendenziell einen Transfereffekt. In einer anderen, ausführlicheren Darstellung der Evaluation (Schick &
Cierpka 2003), zeigte sich neben den beschriebenen Effekten allerdings, dass das
Ausmaß an Externalisierungsstörungen sowohl bei Durchführungs- als auch bei
Kontrollgruppen abgenommen hat und die Effekte nicht eindeutig auf das Programm zurückzuführen sind. Bei Mädchen zeigte sich in der Experimentalgruppe
eine »signifikante Reduktion an Externalisierungsstörungen« (ebd., S. 106). Bei
Jungen »steigerte sich die Fähigkeit zur Perspektivenübernahme in der Experimental- wie auch in der Kontrollgruppe«, bei den Mädchen nur in der Experimentalgruppe. Schick und Cierpka (2003) kommen zu dem Schluss: »Jungen
scheinen hinsichtlich der Externalisierungsstörungen, der Perspektivenübernahme
und des kooperativen Verhaltens, sowohl vom Regelunterricht als auch von
FAUSTLOS-Lektionen zu profitieren, während Mädchen in diesen Bereichen durch
den Regelunterricht nicht ausreichend gefördert werden« (ebd.).
Zusammenfassend kommen die Autoren zu dem Schluss: »Insgesamt konnten
mit FAUSTLOS (…) einige Verhaltens- und Erlebensänderungen bei den Kindern
angestoßen werden, wobei die Effekte, wie bei den Programmen zur Förderung
sozialer Kompetenzen erwartungskonform eher gering waren« (ebd., S. 198). Weitere spezifischere Programme sind zum Beispiel:
• Training mit sozial unsicheren Kindern (Petermann & Petermann 2003)
• Marburger Konzentrationstraining für Kindergarten- und Vorschulkinder (Krowatschek et al. 2004)
• Training mit aufmerksamkeitsgestörten Kindern (Lauth & Schlottke, 2002)
• FREUNDE: Trainingsprogramm gegen Angst und Depression (Barret, Webster &
Turner 2003, dt: Essau & Contrad 2003).
Diese Programme haben teilweise sowohl Präventions- als auch Interventionscharakter.
Zusammenfassung
Die Wurzeln für viele Verhaltensauffälligkeiten liegen in den ersten Lebenserfahrungen und -jahren. Auf diesem Hintergrund ist es sinnvoll, möglichst
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