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6 Unterstützungs- und Begegnungsmöglichkeiten bei Verhaltensauffälligkeiten
Dabei zielte das Kindertraining »auf die Förderung der sozialen Kompetenz (z. B. soziale Wahrnehmung, Ursachenzuschreibung, Einfühlung in andere Kinder, nichtaggressives Problemlösen) [ab]. An ihm nahmen 178 Kinder teil« (ebd., S. 5). Parallel wurde ein Elterntraining durchgeführt, das »auf die Förderung der Erziehungskompetenz (z. B. positive Erziehung, Grenzen setzen, Stress und Erziehung) [abzielte]. An ihm nahmen 163 Mütter und 48 Väter aus 170 Familien teil« (ebd., S. 6) (c Tab. 6.5; vgl. Lösel et al., 2004). Evaluation Ausgangslage »In 13–17 % der Fälle erreichten die von den Eltern berichteten Verhaltensprobleme der Kinder ein Ausmaß, das im Sinne eines Screenings als kritisch einzuschätzen ist. Die Jungen hatten deutlich mehr Probleme des Sozialverhaltens (Aggression, Dissozialität) und der Hyperaktivität/Unaufmerksamkeit. Die Mädchen zeigten dagegen mehr emotionale Probleme (z. B. Ängstlichkeit/Niedergeschlagenheit) und auch mehr prosoziales Verhalten (z. B. anderen Kindern helfen, Mitgefühl zeigen, Streit beenden). Die Mütter berichteten insgesamt mehr kindliche Verhaltensprobleme, was wahrscheinlich damit zusammenhängt, dass sie mehr in die alltägliche Erziehung eingebunden sind. Gleichwohl stimmten die Problemangaben beider Elternteile zu etwa drei Vierteln überein. Mit den Einschätzungen der Erzieherinnen im Kindergarten hingen sie zwar auch signifikant, aber schwächer zusammen. Aus der Sicht der Erzieherinnen waren die Geschlechtsunterschiede wesentlich deutlicher als in der elterlichen Wahrnehmung. Über die Zeit hinweg blieben die Verhaltensprobleme relativ stabil. Zwar nahm das dissoziale Verhalten in der Wahrnehmung der Eltern von der ersten bis zur dritten Erhebungswelle im Mittel ab, doch korrelierten die Gesamtproblemwerte hoch signifikant. Das heißt, Kinder mit ausgeprägten Verhaltensproblemen in der ersten Erhebung gehörten auch in der dritten noch zu den relativ stark Belasteten. Dies war in der Wahrnehmung der Erzieherinnen ähnlich, wobei es hier keinen Rückgang der Probleme gab. Relativ stabil waren vor allem das aggressive und hyperaktive Verhalten, während sich die emotionalen Probleme stärker mit der Zeit veränderten. Etwa 5–8 % der Kinder verblieben auch längsschnittlich im Risikobereich. Das heißt, bei ihnen handelt es sich nicht um kurzzeitige Entwicklungsprobleme, sondern wahrscheinlich längerfristige Schwierigkeiten im Sozialverhalten« (ebd., S. 7 f). Effekte des Programms Nach der Durchführung des kombinierten Trainings zeigten sich deutliche Veränderungen in den Verhaltensbeurteilungen durch die Erzieherinnen: »Während in der Kontrollgruppe das Ausmaß der Verhaltensprobleme leicht zunahm, ergab sich bei jenen Kindern, die selbst oder deren Eltern an einem Programm teilgenommen 290