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6 Unterstützungs- und Begegnungsmöglichkeiten bei Verhaltensauffälligkeiten
Handlungsebene
verbal
Emotionale Ebene Aktuelle Situation
Ebene der handlungsleitenden innerpsychischen Struktur
non-verbal, Spielebene
Beziehungsebene ! Realbeziehung ! Übertragungsbeziehung
Geschichte „Lebensthema“
Abb. 6.4: Interventionsebenen in der Kindertherapie
und sie begleitet. Sie stehen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und werden »gespiegelt«; damit wird an frühe positive Interaktionserfahrungen angeknüpft. • Emotionale Ebene: Die – vielleicht auch nur latent – gezeigten Emotionen werden verbalisiert (hier wird auf die »klassische« klientenzentrierte Methode des »Verbalisierens emotionaler Erlebnisinhalte« zurückgegriffen). Auch auf dieser Ebene hat das Spiegeln an sich eine große Bedeutung. Ebenso wichtig ist, dass durch die Verbalisierung die Emotionen auf einer bewussten Ebene verdeutlicht werden; das Kind kann sich jetzt damit auseinandersetzen. • Ebene der handlungsleitenden innerpsychischen Struktur: Hier kann – wenn der Therapeut dazu klare Hypothesen hat – der Bezug zum »Lebensthema« bzw. den »handlungsleitenden Kognitionen« (Kognitive Verhaltentherapie) oder dem »internal working model« (Bindungstheorie) – hergestellt werden. Es kann »Klärung« im Sinne des Grawe’schen Wirkfaktors (Grawe 1994, 1998) stattfinden; solche Interventionen setzen präzise Kenntnisse der Geschichte des Kindes und seiner Lebensbewegungen voraus. Kinder gehen zumeist auf ein derartiges Angebot nicht direkt ein, aber auch auf dieser Ebene wird bisher »Unbewusstes« auf die Bewusstseinsebene »gehoben«. • Beziehungsebene: Interventionen auf dieser Ebene setzen gewachsenes Vertrauen zwischen Therapeut und Kind voraus; dabei kann das Geschehen auf der Ebene der Realbeziehung, aber auch der Übertragungsbeziehung angesprochen werden. Diese oder ähnliche Interventionsebenen lassen sich überwiegend auch in der Jugendlichen- und Erwachsenentherapie beschreiben – in der Kindertherapie werden sie jedoch nicht nur auf verbaler, sondern ebenso auf symbolischer, also auf der Spielebene realisiert. Bei der Intervention können zusätzlich, entsprechend dem »Stand« des Kindes/ Jugendlichen und dem Prozess der Therapie zusätzlich Schwerpunktsetzungen vorgenommen werden, so bspw. zur Stärkung individueller Resilienzfaktoren (Rönnau-Böse & Fröhlich-Gildhoff 2015a) oder zur Stärkung der Mentalisierungsfähigkeit der Patienten (Fröhlich-Gildhoff & Jürgens-Jahnert 2017). 264